Derby mit vertauschten Rollen
Plötzlich Favorit. Nach starkem Start kann Hartberg am Freitag mit breiter Brust in das erste Steirer-Derby gehen. Plötzlich Außenseiter. Kapfenberg hofft nach dem Fehlstart auf ein Erfolgserlebnis.

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Nach vier Runden auf Platz vier, die zweitbeste Defensive mit nur drei Gegentoren - Hartberg weiß bisher zu überraschen. Das hätte auch Neo-Trainer Andreas Moriggl so nicht erwartet: "Das war maximal zu erhoffen. Aber es ist noch früh, man kann nur von einem guten Start sprechen, den es zu bestätigen gilt. Wir müssen uns festigen und weiterentwickeln."
Einen Vergleich zum Vorjahr will der Coach erst gar nicht anstellen: "Das steht mir nicht zu, weil ich da noch nicht dabei war." Lieber spricht er über die Gegenwart und sein Konzept: "Wir haben nun einmal nicht die Mittel, um jeden Gegner zu dominieren. Deshalb müssen wir als Team versuchen hinten wenig zuzulassen und damit schwer zu schlagen zu sein. Ganz vergessen darf man die Offensive aber auch nicht. Ich will nicht nur destruktiv spielen."
Was Moriggl noch nicht so gefällt? "Dass außer Parapatits noch keiner regelmäßig trifft. Er hat drei von vier Toren gemacht - super, aber lieber wäre mir, andere würden auch treffen." Und zum Gegner KSV sagt er: "Der Fehlstart überrascht mich, ich erwarte sie am Ende im Spitzenfeld. Sie haben die Qualität und sind für mich deswegen auch am Freitag trotz allem zu favorisieren."
Kapfenberg hofft auf Erfolgserlebnis
Der Auftakt der Kapfenberger überraschte ebenfalls, jedoch im negativen Sinn. Nur zwei Punkte ergatterte der Bundesliga-Absteiger in vier Runden, bei einem Torverhältnis von 5:13. Auswärts hat man zwei Mal kräftig ausgefasst - 0:5 in Lustenau, 0:3 in St. Pölten.
"Wir hinken weit hinterher", gesteht Trainer Thomas von Heesen. Aber der Deutsche glaubt zu wissen, wie Fußballer ticken: "Die Jungs brauchen ein Erfolgserlebnis. Höhen und Tiefen sind im Fußballerleben normal." Um endlich in die Gänge zu kommen, muss seine durchaus prominent besetzte Truppe die Unkonzentriertheiten in der Defensive abstellen und vorne mehr "Punch" zeigen. Kapitän Didi Elsneg kennt das Rezept: "Wir müssen auf dem Positiven aufbauen, wie etwa der ersten Halbzeit gegen Linz (1:0, Anm.). Jeder muss sich bewusst sein, dass wir jetzt volle Punkte brauchen." Vier Ausfälle gibt es (Ramos, Weinberger, Gollner, Wendler), Sanel Kuljic könnte wieder in der Startelf stehen.
Auch Präsident Erwin Fuchs ist nicht zufrieden, ist aber keiner, der jetzt auf den Tisch haut. "Wir brauchen Ruhe und Geduld. Ich sehe ja, wie sie leiden. In dieser Phase dürfen wir uns auch in Hartberg nicht zu viel erwarten."













