Hotel Raffel ist insolvent, Sanierungsplan vorgelegt
Traditionsbetrieb "Seminarhotel Raffel GmbH"in Jennersdorf dürfte sich finanziell übernommen haben. Das Kulturzentrum könnte die Stadtgemeinde übernehmen.
Das renommierte Seminarhotel Raffel, eine südburgenländische Institution seit mehr als 100 Jahren, ist zahlungsunfähig. Grund dafür dürfte sein, dass sich die Eigentümer - Ernst Kampel-Kettner und Gattin Paula - beim Umbau zu einem Seminarhotel mit 50 Betten finanziell übernommen haben. Zudem hat die Auslastung des Hauses in letzter Zeit zu wünschen übrig gelassen. Anwalt Werner Dax, der Kampel-Kettner vertritt, hat bei Gericht die Eröffnung eines Sanierungsverfahrens ohne Eigenverwaltung beantragt. Ein Sanierungsplan wird vorgelegt.
Stimmen die Gläubiger dem Sanierungsplan zu, wird der Betrieb unter Aufsicht eines Masseverwalters weitergeführt. Wie der Gläubigerschutzverband Creditreform mitteilt, seien 15 Arbeitnehmer und sieben Gläubiger betroffen. Den Aktiva von 44.000 Euro stehen Passiva von 617.000 Euro gegenüber. In den guten Zeiten waren Hotel und Restaurant Raffel das Ziel vieler prominenter Gäste, so kehrten sämtliche Bundeskanzler dort ein.
Ebenfalls im Besitz der Familie Kampel-Kettner ist das Kulturzentrum Jennersdorf. Der insolventen "Seminarhotel Raffel GmbH" gehört das Gebäude aber ebenso wenig wie das Hotel. Beide Häuser sind daher nicht in der Konkursmasse. Über sie kann die Familie weiter verfügen. Gerechnet wird mit einem baldigen Verkauf, zumal sich die Oberwarter Siedlungsgenossenschaft (OSG) für das Hotel interessiert. Im Erdgeschoss soll eine abgespeckte Variante des Raffel bestehen bleiben. Das Kulturzentrum könnte die Stadtgemeinde Jennersdorf übernehmen. Stellung zum Insolvenzverfahren will weder Kampel-Kettner selbst noch die Masseverwalterin nehmen.













