"Die Jugend hat ein Recht auf Rebellion"
Soziologe Roland Girtler debattierte bei der Frühjahrsakademie im Stift über die Zukunft.
VORAU. Soziologe Roland Girtler war Ehrengast bei der Frühjahrsakademie im Stift, die den "Beziehungen zwischen den Generationen in turbulenten Zeiten" nachspürte. Neben ihm am Podium nahmen Landesrätin Bettina Vollath und VP-Nationalratsabgeordneter Thomas Einwallner Platz. Seiner Rolle als bunter Hund wurde Girtler gerecht. Er schüttelte amüsante Anekdoten aus dem Ärmel, verwies auf den schleichenden Verlust der bäuerlichen Kultur und unterstrich die Wichtigkeit von Ritualen für die Jugend. Sein Credo: "Die Jugend hat ein Recht auf Rebellion!"
Als Vorschlag zur Sicherung der Pensionen brachte der ehemalige Hartberger Schulleiter Werner Mucknauer im Publikum das Drei-Säulen-Modell nach Schweizer Vorbild ins Spiel. Vollath hielt dagegen: "Viele Menschen sehen ihr veranlagtes Geld nie wieder. Das Umlageverfahren ist das einzig sichere Pensionssystem." Dafür ernte sie Kritik von Jung-Gemeinderat Lukas Schnitzer: "Das ist Realitätsverweigerung. Viele Menschen zahlen in ein System ein, wo sie am Ende nichts herausbekommen." Fritz Polzhofer, Direktor des Gymnasiums Hartberg, ergriff das Wort für Verteilungsgerechtigkeit. "Was sich manche Manager zuschanzen, ist kriminell."
Ein weiterer Punkt war der Vertrauensverlust in die Politik. Einwallner und Vollath waren einer Meinung: " Man muss den Wählern mehr Mitgestaltungsmöglichkeiten geben." Über das Wie hatten aber auch sie kein Rezept parat. FRANZ BRUGNER














