Fallen und Chancen für Frauen im Job
Aktionen zum Frauentag in Feldbach und Fürstenfeld setzten sich mit Teilzeitarbeit, dem Weg in neue Berufssparten auseinander und genossen einen Filmvormittag.

Foto © SteinerAktion der SPÖ-Frauen in Feldbach zum Thema Teilzeitarbeit
Beinahe jede zweite Frau arbeitet Teilzeit. Im Bezirk Feldbach sind 88 Prozent der Teilzeitarbeitenden Frauen, im Bezirk Fürstenfeld 87 Prozent. Auf die unerwünschten Nebenwirkungen dieser Arbeitsverhältnisse machte der SPÖ-Bezirksfrauenvorstand Feldbach im Rahmen seiner Aktion zum Internationalen Frauentag aufmerksam. Stundenlöhne liegen bis zu 30 Prozent unter denen bei Vollzeitbeschäftigung, nicht selten gibt es Probleme mit der korrekten Abgeltung von Mehrarbeit und Teilzeit wirkt sich negativ auf die Pension aus.
Auf dem Feldbacher Hauptplatz wurden Frauen informiert und über ihre Situation befragt. Sie konnten auf einem Plakat eintragen, ob sie in Voll- oder Teilzeit arbeiten und die Gründe dafür ankreuzen. Das sich Beruf und Familie nicht vereinbaren lassen beziehungsweise die ganze Hausarbeit bei der Frau liege, waren die häufigsten Argumente.
Für Gabriela Löschnig, stellvertretende SPÖ-Bezirksfrauenvorsitzende, ist ein Bündel von Faktoren für so viele Frauen in Teilzeitarbeit verantwortlich. Dazu zählt auch die noch sehr traditionelle Einstellung der Frauen selbst: "Auch viele junge Frauen sagen, dass sie bei ihren Kindern zu Hause bleiben wollen." Von Quoten hält sie wenig. Eine gesetzliche Verankerung der Ganztagsschule würde aber einiges erleichtern, glaubt Löschnig. "Die Frauen sollten aber auch aufwachen und ein bisschen moderner in der Einstellung werden. Oft lautet die Reaktion ja, dass das halt so ist und andere etwas ändern sollen."
Unter dem Motto "Frauenberufe waren gestern - Mädchen und Frauen können mehr!" stand die Messe im Arbeitsmarktservice Fürstenfeld, bei der eine breite Palette an Berufs- und Ausbildungsmöglichkeiten vorgestellt wurde. Die Genderbeauftragte Margarete Hartinger hatte dafür die Tagesmütter Steiermark, das Schulungszentrum Fohnsdorf/Fürstenfeld, BFI Fürstenfeld, Innova und die Qualifizierungsagentur Oststeiermark gewonnen. AMS-Leiterin Elisabeth Szammer unterstrich, dass 42 Prozent der im Bezirk Fürstenfeld arbeitslos gemeldeten Frauen über einen Pflichtschulabschluss nicht hinauskommen. Dort will das AMS nachhaltig ansetzen: "Gegen Arbeitslosigkeit schützen einzig Qualifikation und Bildung. Zukünftig müssen Frauen in neuen Berufssparten, wie Technik oder Handwerk, Fuß fassen."
Überwältigt vom großen Interesse an der Veranstaltung zum Frauentag, zu dem von AMS Feldbach und Zonta Club Feldbach geladen worden war, zeigte sich AMS-Chefin Suppan: "Wir konnten 90 Frauen bei uns begrüßen, haben gemeinsam den Film ,Calendar Girls' angeschaut und anschließend diskutiert, welche Kraft Frauen zur Bewältigung von Herausforderungen entwickeln."














