Krimi-Autor Thomas Himmelbauer: Lokalkolirit als Erfolgsrezept
Greift Thomas Himmelbauer zur Feder, wird der beschauliche Ort Güttenbach zum Tatort, sind im Südburgenland Mord und Intrige an der Tagesordnung.

Foto © TrummerKrimi-Autor Thomas Himmelbauer lässt erfundene Personen an realen Örtlichkeiten agieren
In Pastellfarben bemalte Häuser, eine Kirche mit seltenem Rundturm, eine Pizzeria, auf den verschneiten Straßen sind an Wochentagen nur wenige der 936 Einwohner der Pendlergemeinde Güttenbach zu sehen. Dass die südburgenländische Ortschaft zu den kroatischen Hochburgen gehört, lehrt die Ortstafel Güttenbach-Pinkovac. So weit, so idyllisch, dennoch regiert zwischen dem hübschen Dorf, weitläufigen Feldern und dichten Wäldern das Grauen.
Verantwortlich dafür, dass Krimi-Lesern Güttenbach ein Begriff für Mord und Intrige geworden ist, zeichnet Thomas Himmelbauer. Wie viele andere ist auch der Professor für Mathematik und Physik an einem Wiener Gymnasium Wochenpendler, auf den daheim Gattin und zwei Kinder warten.
Aus Wien muss in Himmelbauers Romanen auch Anton Geigensauer - Beamter des Innenministeriums - anreisen, der als Wetterbeobachter getarnt, die heimische Polizei bei der Aufklärung der Verbrechen unterstützt. "Tod in Pannonien" (2009 als erstes Buch erschienen) thematisiert Ausländer ebenso wie die Zugereisten aus Wien, die in der Abgeschiedenheit Zuflucht und Vergessen suchen.
Erfunden
"Die handelnden Personen in meinen Büchern sind, auch wenn sich Leute immer wieder zu erkennen glauben, erfunden", betont Himmelbauer. Geographie, Landschaft und Kultur finden hingegen sehr wohl Eingang in die Bücher. In "Tod am Güttenbach", seinem jüngsten Werk, tritt in diesem Umfeld ein deutsches Ehepaar samt Liebhaber auf, die wegen eines Solarkongresses nach Güssing gekommen sind und bald von düsteren Geschäften und alten Geschichten eingeholt werden.
Mittlerweile gebe es, so Himmelbauer, einen regelrechten Lokaltourismus, weil die Leute die Kapelle sehen wollten, wo die Leiche einer slowakischen Altenpflegerin vom Himmel gefallen sei oder den Tatort am Güttenbach. Sozialkritische und politische Ansprüche wie andere Krimis mit Lokalkolorit hätten seine Bücher nicht, erklärt Himmelbauer: "Ich will das Südburgenland mit meinen Büchern nicht verändern. Ich bemühe mich unterhaltend und spannend zu sein. Sprachlich habe ich mich für einfache, klare Sätze entschieden, weil das zu einem Krimi passt."
Jugendwerk
Mit dem Schreiben begonnen hat der 51-Jährige schon als Kind. "Als Schüler habe ich einige Romananfänge verfasst und während meiner Studienzeit rund 500 Seiten über das Leben Jugendlicher im Wien der 70er-Jahre. Allerdings wollte das keiner verlegen", so Himmelbauer. 20 Jahre später hätten seine Kinder das Jugendwerk ausgegraben und ihn animiert, mit dem Schreiben weiterzumachen. Für die beiden Güttenbach-Krimis und den 2010 erschienenen "Tod im Gymnasium", der in Wien spielt, fand er im oberösterreichischen Federfrei-Verlag einen Partner.
Logisch
Dass das Konzept des Mordens in vertrautem Ambiente aufgegangen ist, zeigt die Auflage der Bücher von jeweils 2000 Stück. "Ich denke mir die Handlung so lange im Kopf ganz genau aus, bis sie gleichwertig ist zu realen Erlebnissen, sie muss ja logisch bleiben. Kleinigkeiten kommen dann beim Schreiben dazu", arbeitet Himmelbauer an einem Buch jeweils rund ein halbes Jahr. Im Kopf schon konzipiert hat er auch sein nächstes Werk, von dem er nur verrät, dass es kein weiterer Güttenbach-Krimi werde, sondern die Handlung eher in alpines Gelände gebettet sei.
Features
FAKTEN
Thomas Himmelbauer (Jahrgang 1960, Doktor der Naturwissenschaften, Lehrer an einem Wiener Gymnasium) verfasste bisher drei Bücher: Tod in Pannonien (2009), Tod im Gymnasium (2010) und Tod am Güttenbach (2011), die alle im Federfrei-Verlag erschienen sind.
Erhältlich sind die Werke in Buchhandlungen und Internet.














