Grüne boykottieren: Keine Sitzung mehr im Kernstock-Haus
Grüner in Hartberg will den Gemeinderat boykottieren, bis Kernstock-Haus umbenannt wird.

Foto © Pilch
In ihrem Kampf um die Umbenennung der Ottokar-Kernstock-Volksschule in Hartberg gehen die Grünen aufs Ganze: So
lange das Gebäude nach dem bekannt deutschnationalen Dichter
benannt sei, weigere er sich, an
Sitzungen des Gemeinderates
teilzunehmen, verkündete Grün-
Abgeordneter Heinz Damm. Das
Plenum übersiedelt nämlich im
Herbst aus dem Rathaus in den
Bürgersaal des frisch renovierten
Kernstock-Gebäudes.
Präzedenzfall. Sein von den Nazis verfolgter
Großvater wäre fasssungslos, setze sich sein Enkel in ein dem
"Kriegshetzer und Wegbereiter
des Nationalsozialismus" huldigendes Haus, formuliert Damm.
Außerdem sei Kernstock mit moderner schulischer Friedenspädagogik nicht vereinbar.
Ein Antrag der Grünen zur
Umbenennung liegt seit Monaten im Kulturausschuss. Weiter
dürfte er es auch nicht schaffen
zumindest wenn es nach VP-Bürgermeister Karl Pack geht. Der
sieht keinen Grund, Kernstock
nach 50 Jahren aus der Schule zu
verbannen. "Der Dichter war
deutschnational, aber kein Nationalsozialist." Man habe in Hartberg andere Probleme, findet er.
Damms Boykottdrohung sieht
Pack gelassen, auch wenn er sich
in der Stadt an keinen Präzedenzfall erinnern kann. Ob Kernstock
als Entschuldigung für ein Fernbleiben von der Sitzung rechtlich
ausreiche, müsse wohl erst ausjudiziert werden, sagt Pack.
Mandat aberkannt. Formal liegt die Entscheidung
beim Bürgermeister, weiß Manfred Kindermann von der Fach
abteilung 7 A für Gemeinderecht.
Fehlt ein Mandatar drei Mal hintereinander unentschuldigt, kann
ihm die Landesregierung per Beschied das Mandat aberkennen.














