Männer an der langen Leine
"Days of Distance" heißt die hochkarätig besetzte Veranstaltung am Stubenbergsee. Dort tummelt sich heute die Elite der "Slackliner".
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D as Spiel zwischen dem großen Leerraum der Luft und der vergleichsmäßig dünnen "Line", die einen von einem Baum zum anderen trägt - das ist es, was die "Slackliner" so fasziniert. Der Sport, der, salopp gesagt, daraus besteht, auf einem stabilen Band von einem Baum zum anderen zu balancieren, ist noch sehr jung. Genau diese jugendliche Frische ist es, die der Organisator der Veranstaltung "Days of Distance", Reinhard Kleindl, besonders attraktiv am "Slackline" findet. Außerdem ist er von dem Wechsel aus Spannung und Entspannung begeistert: "Nach einer Zeit wird man süchtig nach dieser Mischung aus Kontrolle und Unsicherheit, die man auf der ,Line' erfährt. Für mich ist das ein überaus befreiendes Gefühl."
Lange Leine
Das Besondere an den "Days of Distance" ist, dass die Bänder sich über lange Distanzen erstrecken. Die längste Strecke, die man balancierend bewältigen kann, ist 231 Meter lang. "Hierbei spielt aber auch der Schwierigkeitsgrad eine große Rolle. "Wir haben diesen vor allem dadurch erhöht, indem wir das Band doppelt gespannt haben", erklärt Slackline-Profi Kleindl während sein Sportkollege Lukas Irmler gerade versucht, die lange Leine zu bezwingen. Er ist extra aus Deutschland angereist.
Weite Anreise
Weitere Kollegen aus dem Fach Slackline werden aus Kärnten, Wien und sogar München anreisen um sich auszutauschen und sich vor allem dem "Flow-Gefühl" hinzugeben, über das "Reini" Kleindl nur allzu leicht ins Schwärmen gerät.
Da der Sport noch relativ neu ist, gibt es viel zu entwickeln und zu entdecken. "An einer Teilnahme an den Olympischen Spielen arbeiten wir noch", schmunzelt Kleindl. Allerdings haben er und seine Kollegen von "slackline.at" bereits einige Weltrekorde aufgestellt und sind Vorreiter auf dem Gebiet der Trickwettbewerbe, wo man Saltos und andere akrobatische Kunststücke auf dem Band ausübt.
Neu und aufregend
"Alles ist noch neu und aufregend. Ständig entdeckt man Neues, bricht Strukturen auf und findet Arten, sich zu profilieren", sagt Kleindl. Neben der Sparte der "Long Lines" gibt es noch die "Highline", bei der die Sportler zwischen Felsspalten, über Seen oder, wie bei Reinhard Kleindl, über die Mur balancieren.
Beim Slackline kommen immer wieder die eine oder andere gebrochene Zehe, Bänderrisse, Verletzungen der Sprunggelenke oder Knie vor, allerdings sieht es viel gefährlicher aus, als es im Grunde genommen ist. "Wenn wir 40 Meter über dem Boden gehen, sind wir doppelt oder dreifach gesichert, da passen wir wirklich genau auf", sagt Kleindl. Zum Glück ist er studierter Physiker und kann sich das perfekte Spiel zwischen Spannung, Distanz und Höhe problemlos ausrechnen.
Features
FAKTEN
Die "Days of Distance" haben am Donnerstag am Ufer des Stubenbergsees begonnen.
Reinhard Kleindl veranstaltet dieses Spektakel bereits zum zweiten Mal. Er ist begeisterter Slackliner, freier Journalist und Physiker
Bei den "Days of Distance" gibt es als Attraktion eine 231 Meter lange, zwischen zwei Bäumen gespannte, Leine, eine sogenannte "Long Line".
www.slackline.at










