Rehe in der Oststeiermark erlegt und verstümmelt
Wildernde Tierquäler ziehen derzeit eine blutige Spur durch die Steiermark. Vor allem in Hartberg und um Graz häufen sich Fälle.

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Erlegte Rehe, denen Kopf, Schulter oder Genitalien abgetrennt wurden, verärgern derzeit die steirische Jägerschar. Im Raum Hartberg werden derzeit regelmäßig solch schaurige Entdeckungen gemacht. Seit Herbst treibt ein Tierquäler sein Unwesen, schießt Rehe, trennt den getöteten Tieren eine Schulter ab.
Markenzeichen Schulter
Am Mittwoch wurde der bislang letzte solche Fall bekannt. Bereits im vergangenen Sommer waren zehn ähnliche Fälle gemeldet worden, heuer waren es schon sechs. "Mit der fehlenden Schulter möchte der Unbekannte wohl sein Markenzeichen hinterlassen", glaubt Franz Gruber, Bezirksjägermeister von Hartberg. Aufgrund der professionell abgetrennten Schultern vermutet der Bezirksjägermeister, dass der Täter selbst aus der Jägerschaft kommt. Diese Fälle dürften aber nur die Spitze des Eisbergs sein, glaubt Gruppeninspektor Josef Gruber von der Hartberger Kriminaldienstgruppe: "Immer wieder werden im betroffenen Gebiet tote Rehe entdeckt, die so stark verwest sind, dass die Todesursache nicht mehr feststellbar ist."
Auch in Thal bei Graz hinterlässt ein blutrünstiger Tierquäler seine Spur. Erst kürzlich wurde auf einer Wiese ein toter Rehbock entdeckt, Kopf und Genitalien fehlten. Zwar wurden in einen Wald führende Schleifspuren gefunden, Hinweise zum Täter gibt es aber nicht. "Wir pflegen eine sehr gute Zusammenarbeit mit der Polizei. Ohne konkrete Spur ist das Ermitteln aber schwer", betont Hagen Hochrinner, beeidigtes Jagdschutzorgan von Thal. Mehrere ähnliche Fälle wurden in den letzten Monaten registriert. Im Herbst war ein abgetrennter Rehkopf entdeckt worden.
In den eigentlichen Wilderergegenden wie im Bezirk Liezen gab es heuer noch keine Anzeigen. "Das könnte damit zusammenhängen, dass voriges Jahr zwei Wilderer erwischt wurden", erklärt Gruppeninspektor Hans Starl von der Polizei Bad Aussee. Für echte Wilderer sei die Situation derzeit auch ungünstig, betont Max Hörmann, Bezirksjägermeister von Bruck: "Der Wildbretpreis ist so niedrig, dass es keinen finanziellen Anreiz gibt. Derzeit sind sadistische Tierquäler mit Kleinkalibern sowie Trophäenjäger das Problem."
Sachdienliche Hinweise bitte telefonisch an die Polizeiinspektion Hartberg unter 059133/6230.







