Faire Milchpreise als Ziel
Die Milchbauern vereinigen sich, um gemeinsam bessere Preise aushandeln zu können. Die "Steirische MilchFairEinigung" bemüht sich derzeit um Mitglieder.

Foto © APADie Milchbauern organisieren sich
Im Vorjahr hat sich auf dem Milch-Weltmarkt viel getan: Die Nachfrage hat in vielen Ländern zugenommen, etwa in China, Milchseen und Butterberge wurden abgebaut. Das wirkte sich auch auf die Erzeugerpreise aus: Die Bauern, die seit Jahrzehnten über den schlechten Milchpreis klagen, kriegten plötzlich mehr für ihre Milch.
Liefergemeinschaften. Manche meinen, dass das nicht so sehr am steigenden Bedarf liegt, sondern daran, dass sich immer mehr Bauern organisieren und ihren Molkereien mit Boykott drohen, sollten diese die Erzeugerpreise nicht anheben. In Deutschland ist schon ein Drittel der Milchmenge in diesen Liefergemeinschaften gebündelt, in Österreich ist man gerade dabei, sich zu organisieren.Guter Beginn. Die ersten Schritte wurden bereits gesetzt. Vor einem Monat wurde in Niklasdorf die "Steirische MilchFairEinigung" gegründet, und laut deren Obmann Johann Paller aus Krieglach läuft die Sache gut an: "Wir haben an die 20 Prozent der Milch bereits gebündelt, das ist jener Wert, der auch für Gesamtösterreich gilt."
Hartberg. Auch im Bezirk Hartberg gibt es schon einige Mitglieder, von denen manche ebenso in der IG Milch organisiert sind. Oststeirische Sprecherin der MilchFairEinigung ist Erna Feldhofer, die gleichzeitig auch die IG Milch in der Region vertritt. "Derzeit finden gerade die Vorstandssitzungen der IG Milch statt, um unsere Position abzustimmen. Bekanntlich werden mit Ende Jänner die Verträge mit den Molkereien ausverhandelt." In den nächsten Tagen soll es dazu offizielle Stellungnahmen geben.
Grundpreissicherung. Ziel ist laut Paller kein Krieg gegen die Molkereien, sondern ein Grundpreis, der den Bauern eine kostendeckende Milchproduktion sichert: "In Deutschland hat man dafür 43 Cent errechnet, gezahlt werden derzeit 47 Cent." Ähnliches wünscht er sich für Österreich, wo laut Paller einiges drin sein müsste: "Wir haben bei der Milch den höchsten Regalpreis, aber den niedrigsten Erzeugerpreis." Paller räumt aber ein, dass vor allem die Handelsspannen bei uns viel höher sind als in Deutschland.
340.000 Jahrestonnen. Österreichweit sind es laut Paller derzeit 340.000 Jahrestonnen Milch, die in der IG Milch, der MilchFairEinigung und anderen Vereinen gebündelt sind: "Das wäre bereits die drittgrößte Molkerei Österreichs." Viele sind der Meinung, dass sich bereits etwas bewegt hat, obwohl es noch nicht einmal Verhandlungen gegeben hat. Paller: "Bergland und OM haben vor kurzem den Milchpreis für die Bauern um 1,5 Cent erhöht. So etwas hat es im Jänner noch nie gegeben."Zusatzkosten.Paller betont aber, dass die meisten Bauern bei ihrer Molkerei bleiben wollen. Auch deshalb, weil es zusätzliche Kosten wären, würden beispielsweise parallel zwei Milchsammelwagen fahren.













