FPÖ rupfte beide Großparteien
SP und VP hatten im Hartbergerland nichts zu feiern. FP holte sich das Grundmandat zurück.

Foto © Thomas PilchIn Hartberg konnte auch im Kindergarten gewählt werden
Mit steinerner Mine studiert SP-Landtagsabgeordneter Wolfgang Böhmer die Liste mit dem Ergebnis. Auch mehrfaches Lesen ändert nichts daran: Die Partei ist wieder unter die vor fünf Jahren übersprungene 30-Prozent-Marke im Bezirk abgesackt. "Ich bin schon etwas enttäuscht", murmelt Böhmer. Dass auch die VP im Bezirk - traditionell schwarzes Kernland - Federn lassen musste, vermag die Hartberger Sozialdemokraten nicht aufzumuntern. Allenfalls noch einzelne rote Erfolgsmeldungen, wie sie aus der Blaindorf, Neudau oder Siegersdorf ins Bezirkssekretariat dringen. "Ich hoffe weiterhin auf einen LH Franz Voves", sagt Böhmer mit Blick auf das knappe steirische Ergebnis.
Rund 300 Meter entfernt, in der Bezirkszentrale der ÖVP, ist man am Sonntag Nachmittag von Euphorie ebenfalls weit entfernt. Gemeindeergebnisse werden verglichen und analysiert, Mitglieder wollen am Telefon wissen, wie es aussieht. Die Hoffnung, wie im Bezirk auch auf Landesebene Nummer eins zu werden, hat man im Lauf der Stunden aufgegeben. "Im ersten Sprengel, den wir ausgezählt haben, ist die SPÖ total abgestürzt. Da habe ich schon geglaubt, die Sache ist für uns geritzt", schildert ein enttäuschter Bürgermeister.
Wahlkarten
Die ÖVP, immer deutliche Nummer eins im Bezirk, hat sich jedenfalls mehr erwartet. "Ich kann jedoch mit dem Bezirksergebnis leben", sagt VP-Spitzenkandidat Hubert Lang, der erstmals antrat. Und er hofft: "Mit den Wahlkarten könnte sich vielleicht sogar noch ein Plus ausgehen."
Jubel herrschte bei den Freiheitlichen. In Ermangelung eines Parteilokals - dieses wurde nach der Wahlniederlage 2005 dichtgemacht - traf man sich in Graz. Spitzenkandidat Anton Kogler eroberte im Wahlkreis das FP-Grundmandat zurück, erstmals wandert es nach Hartberg. Der Bezirk ist damit wieder mit drei Abgeordneten im Landtag vertreten. Gut lief es für Kogler auch in seiner Heimatgemeinde Schachen: Mit 20,55 Prozent fuhr er das regional beste Ergebnis der FP ein. "Ich war den Tränen nahe", gestand er.
Stabil blieben die Grünen. Dass die Partei in St. Johann in der Haide 0,6 Prozentpunkte zulegen konnte, haben sie unmittelbar auch Frontmann Werner Kogler zu verdanken: Eine Minute vor Wahlschluss eilte dieser ins Lokal und gab seine Stimme ab. Erfolgreich war die KPÖ in Schönegg, wo sie einen Gemeinderat stellt: Man errang 5,41 Prozent.















