Unbedenklicher Badespaß am Ende der Saison
In allen 32 steirischen Badeseen kann man noch immer bedenkenlos baden. Sie werden alle 14 Tage getestet.

Foto © APA/SujetOhne jegliches Bedenken kann man auch im Spätsommer einen Sprung in die steirischen Badeseen wagen
Der Sommer zeigte sich heuer von seiner wankelmütigen Seite. Während im Juni und Anfang Juli die Regenzeit über die Alpenrepublik hereinbrach, bescherte uns der August Werte um die 36 Grad. Grund genug, den Hochsommer bis "zum letzten Tropfen" auszukosten. Und genau das kann man auch mit gutem Gewissen machen. Weisen doch alle getesteten steirischen Badeseen gute oder akzeptable Wasserqualität auf (siehe Infografik).
Unter den Musterschülern ("gute Wasserqualität") sind der Grundl- und Erlaufsee ebenso wie die Seen in Kumberg und Wildon, die Freizeitzentren Schwarzl in Unterpremstätten, die Copacabana in Kalsdorf und Piberstein in Maria Lankowitz sowie der Leopoldsteiner- oder der Stubenbergsee. Befriedigend ist die Qualität an den Badeseen Gaishorn, Mönichwald, Wundschuh sowie am Furtnerteich, Grasluppteich, Sommersbergsee und am Sulmsee.
Für viele Badegäste ist nicht allein die Wasserqualität ausschlaggebend, sondern auch die Nähe zu Wohnort oder Arbeitsstätte. "Ich komme aus Graz-Liebenau", erzählt etwa Sylvester Weinberger, Gast am Badeteich in Wundschuh, bei einem Lokalaugenschein der Kleinen Zeitung. Das Wasser sei zwar trüb, aber er hätte davon noch nie einen Ausschlag bekommen. "Ich bin mit meiner Familie schon den ganzen Sommer über hier." Nur ein junger Mann - er ist eigentlich zum Fischen dort - meint: "Es ist halt dreckig."
Höchstens zweimal pro Jahr kommt Roland Schlocher aus Graz an den Sulmsee. "Das Wasser sieht zwar ziemlich trüb aus, doch das könnte auch vom Schlamm kommen", mutmaßt er. Ein anderes Paar gibt an, vor allem wegen des Panoramas - die Weinberge der Fachschule Silberberg sind in Blickweite - dorthin zu kommen. Einzig zwei achtlos weggeworfene Plastikflaschen im Uferbereich und morsche Holzstege stören das Idyll.
Und hier die steirischen Seen im Überblick
Der Stausee
Badegäste müssen bei dem Stausee hartgesotten sein. Trotz langer Sonnenphasen beträgt die Wassertemperatur nur 18,7 Grad. Dennoch zahlt sich das Zähnezusammenbeißen aus: Der See hat "gute" Wasserqualität.
Der Stubenbergsee
Nicht nur im Wasser - Tretboote und Ausflugsschiff -, auch an Land kann man am See in der Skateanlage die größte Hetz haben. Empfindliche müssen sich nicht fürchten. Der See hat angenehme 26 Grad.
Der Kumberg-See
Die "Well Welt" in Kumberg überzeugt mit ihrem Kinderbereich. Es gibt ein eigenes Becken mit mehreren Rutschen. Mama und Papa können es sich derweilen auf einer der Liegewiesen gemütlich machen.
Der Putterersee
Der See lockt mit einer Temperatur von 22 Grad nach Aigen im Ennstal. Nicht nur Sonnenanbeter kommen auf ihre Kosten. Springinkerln können sich auf dem Surfbrett oder bei einer Fahrt mit dem Ruderboot austoben.
Features
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DIE BEURTEILUNG
Welche steirischen Seen von der Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (Ages) überprüft werden, entscheidet die zuständige Bezirkshauptmannschaft.
Alle 14 Tage werden aus den Gewässern Proben entnommen und im Labor untersucht.
Neben verschiedenen Bakterientypen werden die Proben unter anderem auch auf pH-Wert, Sauerstoffgehalt, Färbung, Nitrat, Tenside (sind beispielsweise in Waschmitteln enthalten) untersucht.
Die Ergebnisse werden an das Land Steiermark und die jeweiligen Bezirkshauptmannschaften weitergeleitet. Die Behörde ist letztlich auch für mögliche Konsequenzen wie Badeverbote zuständig.
Neues Gesetz
Die Wasserqualität von Badeseen ist bekanntlich nicht nur für Einheimische von Interesse, sondern auch für Touristen. Gemäß einer neuen EU-Richtlinie soll sie künftig europaweit den gleichen Kriterien unterliegen. Eine Umsetzung ist bereits 2010 geplant. Schon jetzt werden in den Bundesländern Profile der einzelnen Gewässer erstellt. Sie geben sowohl Auskunft über Wasserqualität als auch über geologische Gegebenheiten.
Diese Daten über Tausende europäische Seen sollen künftig nicht nur Behörden zur Verfügung stehen, sondern online für jeden Bürger und Touristen abrufbar sein. Einerseits geht es der Europäischen Union dabei um den Erhalt der Umwelt, aber auch um mehr Transparenz im Bereich Wasserqualität. ist letztlich auch für mögliche Konsequenzen wie Badeverbote zuständig.










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