130 Granaten und vier Fliegerbomben freigelegt
Fast wöchentlich fördern die Bauarbeiten für die Murkraftwerke südlich von Graz alte Bomben und Granaten zutage. 20 Mal musste der Entminungsdienst anrücken. Bislang verlief alles glimpflich.

Foto © PrivatMehr als 130 Granaten wurden in Gössendorf un Kalsdorf bereits freigelegt
Mehr als 130 Granaten und vier Fliegerbomben: Das ist die explosive Bilanz der Bauarbeiten für die beiden Murkraftwerke in Gössendorf und Kalsdorf. Zumindest bis jetzt. Rund 20 Mal musste der Entminungsdienst bereits zu den beiden Baustellen anrücken, um das sicherzustellen, was die Bagger aus dem Flussbett befördert hatten. Und fast im Wochentakt kommen neue Kriegsrelikte zum Vorschein - zuletzt am Montag in Form von sechs Werfergranaten.
Kriegsmaterial
Warum südlich von Graz so viel Kriegsmaterial am Grund der Mur liegt, ist auch für Historiker nicht restlos klar. Wahrscheinlich ist, dass deutsche Wehrmachtsverbände kurz vor Eintreffen der Roten Armee im Mai 1945 Restbestände von Granaten und Panzermunition in den Fluss kippten. In der Steiermark hatten die Kämpfe ja bis in die letzten Kriegstage angehalten.
Eine zusätzliche Erklärung hat der Grazer Historiker Werner Strahalm parat: "Laut Zeitzeugen hat man damals versucht, die Kalsdorfer Brücke zu sprengen. Die Granaten könnten zum Teil Überbleibsel dieser Aktion sein."
Weit weniger verwunderlich ist, dass unter den Relikten auch Fliegerbomben sind. Graz war 1945 mit 57 Luftangriffen die meistbombardierte Stadt Österreichs; auch auf das Umland fielen Bomben. Vor einem Jahr tauchten an der Kraftwerksbaustelle gleich drei Exemplare auf.
Vorsicht sei aber auch bei den Granaten geboten, sagt Wolfgang Hübel, Chef des Grazer Sicherheitsmanagements. "Die Sprengwirkung ist zwar räumlich begrenzt, aber dennoch nicht ohne." Anders als für Fliegerbomben existiert für kleinere Kriegsrelikte kein Kataster mit Verdachtsflächen. Entsprechend vorsichtig startete man bei der Energie Steiermark die Arbeiten. "Vorher hat eine Spezialfirma Sondierungen durchgeführt, damit es zu keinen Detonationen kommt", sagt Sprecher Urs Harnik-Lauris.








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