Chemieunfall: Cargo Center Werndorf lahmgelegt
Beim Umladen der Pakete war aus Kanister eine ätzende Flüssigkeit ausgeronnen. Mehrere Arbeiterinnen und Kraftfahrer kamen ins Spital.

Foto © Scheriau/Sujet
Es waren dramatische Szenen, die sich Dienstagnachmittag vor dem Cargo Center in Werndorf abspielten. Die Betriebsfeuerwehr und die Feuerwehr Werndorf sperrten das Gelände großräumig ab, die Grazer Berufsfeuerwehr wurde zur Verstärkung gerufen. Mehrere Rettungsfahrzeuge rasten herbei, selbst der Rettungshubschrauber landete am Unfallort. Bezirkshauptmannschaft, Landeswarnzentrale, Arbeitsinspektorat waren da bereits alarmiert worden.
Förderbänder
Was derart aufsehenerregend endete, hatte Stunden zuvor eigentlich ganz undramatisch begonnen: Bei der DHL-Spedition war ein großer Waggon mit Paketen angekommen. "Sie sollten dort mittels Förderbändern verteilt und dann von den jeweiligen Subunternehmern per Lkw abgeholt werden", berichtet ein Beamter der Polizei Kalsdorf. Unter den Warensendungen war auch ein 25-Liter-Kanister mit einer Kaliumhydroxilösung. "Ordnungsgemäß verpackt und gekennzeichnet, eine solche 25-Liter-Sendung ist erlaubt", ergaben die Ermittlungen der Polizei.
Doch dem abholenden Kraftfahrer fiel auf, dass der Kanister an einer Ecke leck war. Er ließ ihn zurück, Arbeiterinnen brachten ihn in die Abteilung für beschädigte Sendungen. Dort rann er weiter aus. Als drei Frauen plötzlich über Hautbrennen klagten - die Chemikalie ist stark ätzend - sah sich ein Vorgesetzter das Etikett genauer an. Und erschrak. Unter der Gefahrengutnummer stand im Handbuch als Erstes: Gelände im Umkreis von 50 Metern absperren! Die drei Frauen und zwei Lkw-Fahrer kamen ins Spital, waren aber nur leicht verletzt. Gefahr für die Umwelt bestand nicht.







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