Humanitas: Behörde prüft, Firmen zittern
Pflegeheim-Holding kämpft gegen Pleite. Die sechs Humanitas-Heime in der Steiermark seien in eigenen Gesellschaften verankert und vom Fluch der leeren Kassen aktuell nicht betroffen, so Geschäftsführer Benigni.

Foto © Marija Kanizaj | Sujet
Senioren, Angehörige, Gläubiger und Juristen sind nervös. So hat die Humanitas Verwaltungs- und Beteiligungsgesellschaft einen Schuldenberg von 14,8 Millionen Euro angehäuft, der Sanierungsplan der Pflegeheim-Holding sieht eine 20-prozentige Quote vor. Die Geschäftsführung will sich nächste Woche an die Öffentlichkeit wenden. Eventuell kann man einen neuen Partner präsentieren.
Humanitas-Heime
Für die Bewohner entscheidend: Die sechs Humanitas-Heime (527 Betten) in der Steiermark sind in eigenen Gesellschaften verankert und vom Fluch der leeren Kassen aktuell nicht betroffen. "Es gibt keinen Grund zur Sorge", betont Geschäftsführer Wolfgang Benigni. Das Land wird die Humanitas-Heime dennoch behördlich kontrollieren, sickerte am Freitag durch. Im Sinne der aktuell 450 Bewohner.
Für 90 Personen ist der Humanitas-Standort in Unterpremstätten ausgelegt. 2010 nach Um- und Ausbau eröffnet, ist die Anlage Schauplatz zivilrechtlicher Zwistigkeiten. Zwei Professionisten, vertreten durch den Grazer Anwalt Harald Christandl, streiten mit der Humanitas um insgesamt 210.000 Euro. Die Nachricht von einem Konkursverfahren beruhigt die Firmen natürlich nicht. Ergo verschärft ihr Anwalt die Gangart: "Ich werde Strafanzeige gegen Geschäftsführer und Gesellschafter erstatten." Denn Geld müsste vorhanden sein - die Anlage sei veräußert worden, obendrein habe der Käufer den Um- und Ausbau finanziert. Dennoch würde man den Professionisten 210.000 Euro vorenthalten.
Hintergrund: Das Heim in Unterpremstätten hat - wie übrigens drei weitere Humanitas-Objekte - die Immac Gmbh erworben. Auch den Um- und Ausbau finanzierte die Immac, bestätigt das Unternehmen, das in ganz Europa Sozialimmobilien kauft und an Betreiber aus dem Pflege- oder Spitalsbereich verpachtet. Anleger können via Fonds einsteigen. Für Unterpremstätten sollen 3,6 Millionen Euro geflossen sein. "Wo ist das Geld?", bohrt Christandl nach.
Laut Humanitas-Geschäftsführung hat man damit Altlasten abgebaut. Wobei Unterpremstätten und Beteiligungsgesellschaft eigentlich nichts miteinander zu tun hätten. "Lächerlich", meint Benigni. Christandl bemüht indes das Firmenbuch: Da wie dort stehen dieselben Namen.
Features
DER FALL HUMANITAS
Sechs Heime mit 527 Betten betreibt man in der Steiermark. Derzeit rund 450 Bewohner. Vier Heime hat die Immac GmbH erworben, die Humanitas hat die Rolle des Betreibers. In Finanznot ist die Humanitas Verwaltungs- und Beteiligungs-GmbH. Die Heime sind in anderen Gesellschaften verankert. Bei Fragen hilft auch die Sozialservicestelle: 0800 20 10 10








