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Zuletzt aktualisiert: 17.03.2011 um 06:37 Uhr

Anonyme Drohungen bei Seefesttagen haben Folgen

Nach einer anonymen Drohung bei den Schwarzl-Seefesttagen 2009 ermittelt nun die Staatsanwaltschaft. Im Verdacht stehen ein Bankangestellter und eine Frau aus dem engen Umkreis von Hannes Kartnig.

Tausende Gäste beim Seefest 2009 im Schwarzl-Freizeitzentrum. Durch einen Drohbrief sollten die Gäste offensichtlich verunsichert werden

Foto © ScheriauTausende Gäste beim Seefest 2009 im Schwarzl-Freizeitzentrum. Durch einen Drohbrief sollten die Gäste offensichtlich verunsichert werden

Klaus Leutgeb, Betreiber des Schwarzl-Freizeitzentrums und einer der Hauptzeugen im Strafverfahren gegen Ex-Sturmpräsident Hannes Kartnig, wurde in unzähligen E-Mails und Briefen über einen längeren Zeitraum schwerwiegender Straftaten beschuldigt. Jetzt ermitteln Staatsanwaltschaft und Landeskriminalamt gegen einen Grazer Bankangestellten und eine Frau aus dem engen Umfeld von Hannes Kartnig.

Menschenhandel, Drogengeschäfte, Körperverletzungen, Zuhälterei - der anonyme Schreiber war bei seinen Anschuldigungen nicht zimperlich. Insgesamt seien 670 E-Mails und Briefe im Umlauf gewesen, erinnert sich Klaus Leutgeb. 2009 habe sich die Lage weiter zugespitzt.

Damals tauchte während der Vorbereitungen der Seefesttage im Schwarzl-Freizeitzentrum ein weiterer Brief auf, durch den offensichtlich Angst und Schrecken verbreitet werden sollte. Auch die Medien erhielten diesen Brief. Im Schreiben wurde darauf hingewiesen, dass sich unter den Gästen Personen mit aidsinfizierten Spritzen befinden würden. Der Verfasser wies ausdrücklich darauf hin, dass Menschenleben in Gefahr seien.

Schützenhilfe

Leutgeb erstattete schon damals Anzeige. Das Landeskriminalamt konnte auch rasch einen Verdächtigen ausforschen. Die Ermittler stießen auf einen Grazer Bankangestellten. Der legte sofort ein Geständnis ab. Nur jener Brief, der die Drohung mit den "Aids-Spritzen" zum Inhalt hatte, sei nicht von ihm, behauptete der Verdächtige. Er nannte der Kripo aber einen Namen, den Namen der Frau aus Kartnigs Umfeld. Er selbst, so der Bankangestellte, habe Schützenhilfe geleistet, indem er der Frau Ratschläge erteilt habe.

Die Staatsanwaltschaft Graz stellte die Verfahren aber ein: Im Drohbrief (Aids-Spritzen) sah die Anklagebhörde "keine konkrete Übelsandrohung" - und für die übrigen Verleumdungen fehle die subjektive Tatseite (Absicht), hieß es in der Begründung.

Neue Ermittlungen

Klaus Leutgeb wollte das nicht hinnehmen. Er stellte einen Antrag auf Fortführung des Verfahrens - und ein Richter des Landesgerichtes gab ihm auch recht. Dieser entschied, dass das Verfahren weitergeführt werden muss. Seither wird wieder ermittelt - gegen beide Beschuldigte wegen gefährlicher Drohung und Landzwang, gegen den Bankangestellten zusätzlich wegen Verleumdung. Das bestätigte STA-Pressesprecherin Barbara Schwarz der Kleinen Zeitung. Schwarz betonte aber, dass diese Ermittlungen mit Hannes Kartnigs Strafprozess, der derzeit im Grazer Landesgericht läuft, nichts zu tun haben.

Unabhängig vom Ausgang des Strafverfahrens will Leutgeb die beiden Beschuldigten auch auf Kreditschädigung klagen.

HANS BREITEGGER

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