Ortschefs zittern vor Veranstaltung in Hitzendorf
Am Donnerstag erklären Voves und Schützenhöfer ihren GU-Bürgermeistern in Hitzendorf die Welt: Alle rätseln, welche Gemeinden im Bezirk zusammengelegt werden sollen.

Foto © Marija KanizajSchützenhöfer und Voves
Je näher der Donnerstag rückt, umso angespannter werden die Bürgermeister der Grazer Umlandgemeinden. Denn dann werden Landeshauptmann Franz Voves und Vize Hermann Schützenhöfer in Hitzendorf den Ortschefs der Bezirke Graz-Umgebung, Voitsberg und Deutschlandsberg ihre Vorstellungen zur Gemeindestrukturreform präsentieren.
Mit 1. Jänner 2013 und/oder 1. Jänner 2015 soll es nämlich so weit sein: Erste Gemeinden sollen zusammengelegt werden. Nur welche?
Offiziell weiß das noch niemand, unter der Hand wird aber viel spekuliert: Judendorf-Straßengel, Eisbach-Rein, Gratkorn und Gratwein etwa - hier sind die Übergänge fließend, die Gemeinden arbeiten auch schon eng zusammen. Und Graz bekäme mit diesem Zusammenschluss eine neue Vorstadt mit rund 20.000 Einwohnern.
Andere Spekulation: Graz wird Richtung Süden erweitert. Ein Unterschied zwischen dem Bezirk Straßgang und Seiersberg oder dem Bezirk Puntigam und Feldkirchen ist ja nicht zu erkennen. Dennoch glauben selbst SPÖler, dass aus Groß-Graz nichts wird: "Das eine ist Land, das andere Stadt - das passt einfach nicht zusammen", heißt es. Ridi Steibl, ÖVP-Bezirksobfrau für Graz-Umgebung, warnt: "So ein Prozess ist sensibel und braucht viel Fingerspitzengefühl."
Keine Informationen
Wie es wirklich kommt, weiß ohnehin niemand - und das trägt auch zur Nervosität der Ortschefs bei: "Wir wissen nichts und werden ja sehen, was Voves und Schützenhöfer uns vorlegen", sagt Bernhard Liebermann, Bürgermeister von Laßnitzhöhe. Er ist Obmann der Kleinregion Schemerl mit sieben Gemeinden östlich von Graz. Dass Laßnitzhöhe als Kerngemeinde die eine oder andere kleinere Schemerl-Gemeinde "schlucken" könnte, kann sich Liebermann nicht vorstellen. "Für Zusammenlegungen ist es noch viel zu früh."
Ähnliches gilt für Deutschfeistritz: Der Ort ist eine Zentrumsgemeinde innerhalb des Netzwerkes kleinregionaler Zentren mit Übelbach, Peggau und Großstübing. "Unsere vier Gemeinden arbeiten auf vielen Ebenen zusammen, aber wir wollen dennoch selbstständig bleiben", sagt Deutschfeistritz' Bürgermeister Michael Viertler.
Hart will Stadt werden
Gemeindefusionen skeptisch gegenüber steht auch Gerhard Payer, Ortschef von Hart bei Graz. "Viele der Einsparungsmöglichkeiten gibt es nur am Papier, die werden nicht stattfinden. Wir arbeiten in der Region GU-Süd ohnehin eng zusammen." An Selbstbewusstsein mangelt es jedenfalls nicht: So hat Hart (4413 Einwohner) um die Stadterhebung angesucht. "Das bringt Reputation", argumentiert Payer.
Features
FAKTEN
Kriterien des Landes für mögliche Zusammenlegungen:
1. Ein in sich geschlossenes Siedlungsgebiet
2. Ein leistungsfähigeres Kommunalwesen
3. Verbesserung der Gemeindestruktur
4. Zugehörigkeit zur Gemeinde
5. Entfernung der Ortsteile zum Gemeindezentrum









