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    Zuletzt aktualisiert: 20.09.2010 um 19:43 UhrKommentare

    Geisterfahrer sind jung, männlich, betrunken

    Männlich, unter 40 Jahre alt und betrunken: Das ist der Prototyp des Geisterfahrers schlechthin. Ein Drittel aller Geisterfahrer - 2008 wurden 390 gezählt - verursacht einen Unfall.

    Ein Alptraum jedes Autofahrers: Ein Geisterfahrer auf der Autobahn

    Foto © KanizajEin Alptraum jedes Autofahrers: Ein Geisterfahrer auf der Autobahn

    Ihre Tochter wollte Barbara H. (44) aus Übelbach Sonntag früh in Graz abholen. Auf der Fahrt in Richtung Landeshauptstadt tauchten auf der Pyhrnautobahn plötzlich zwei Lichter auf - ein Geisterfahrer schoss der Lenkerin entgegen (wir berichteten). Nur mit Mühe konnte die 44-Jährige ihr Fahrzeug verreißen, um eine Frontalkollision zu verhindern, die Autos prallten aber seitlich gegeneinander. Der Geisterfahrer - ein alkoholisierter 18-Jähriger - fuhr mit dem beschädigten Pkw noch einen Kilometer weit und konnte erst von der Feuerwehr Übelbach-Markt gestoppt werden.

    VERHALTENSREGELN

    Wie sollte man bei einem Geisterfahreralarm reagieren?

    RUHE. Möglichst Ruhe bewahren ist wichtig, um im Ernstfall richtig reagieren zu können.

    BREMSEN. Geschwindigkeit drosseln, um notwendige Ausweichmanöver ohne Schleudergefahr durchführen zu können.

    RECHTS FAHREN. Immer auf der rechten Spur bleiben, da die meisten Geisterfahrer glauben, in die richtige Fahrtrichtung zu fahren. Sie fahren rechts - in richtiger Richtung also links.

    ABFAHREN. Man sollte den nächsten Autobahnparkplatz anvisieren und dort auf die Entwarnung im Verkehrsfunk warten.

    Auch davor, selbst als Geisterfahrer auf der Autobahn unterwegs zu sein, ist niemand gefeit. So gibt es auch für unabsichtliche Geisterfahrer Regeln.

    WARNEN. Um auf sich aufmerksam zu machen, sollte man die Warnblinkanlage einschalten.

    ANHALTEN. So weit wie möglich rechts fahren und in der nächsten Ausweichbucht anhalten und auf die Exekutive warten.

    NICHT WENDEN. Auf keinen Fall sollte man auf der Autobahn wenden oder die Fahrstreifen kreuzen - Unfallgefahr!

    Genau ins Schema der Statistiker passt der Unfall vom Wochenende. Männlich, unter 40 Jahre alt und betrunken: Das ist der Prototyp des Geisterfahrers schlechthin. Rund 85 Prozent aller Falschfahrer sind Männer, jeder zweite Geisterfahrer ist alkoholisiert. "Das hängt direkt mit der Einschränkung der Wahrnehmungsfähigkeiten durch den Alkoholgenuss zusammen", so Psychologe Dieter Krainz vom Kuratorium für Verkehrssicherheit.

    85 Geisterfahrer sorgten im vergangenen Jahr in der Steiermark für das Horrorszenario jedes Kraftfahrers auf der Autobahn, österreichweit waren es sogar 390. 13 Mal krachte es, zwei Fahrer wurden getötet, 19 Beteiligte verletzt. So alarmierend die Zahlen auch klingen, im Vorjahr gab es einen deutlichen Rückgang an Geisterfahrten. 2008 waren österreichweit noch um mehr als 100 Falschfahrer mehr (insgesamt 497) gemeldet worden.

    Die meisten Geisterfahrer sind in Niederösterreich unterwegs, gefolgt von der Steiermark. Die grüne Mark entwickelte sich im Vorjahr allerdings entgegen dem Trend: Im Gegensatz zu den anderen Bundesländern ist die Zahl der Geisterfahrer gestiegen: von 74 auf 85. Trotzdem stellt der Verkehrspsychologe dem Kampf gegen die Falschfahrer in der Steiermark ein positives Zeugnis aus: "Unter anderem in der Ausschilderung wurde in der Steiermark in den vergangenen Jahren besonders viel unternommen."

    Absicht

    Jeder fünfte Geisterfahrer fährt übrigens als sogenannter "Kamikazedriver" vorsätzlich auf der Autobahn entgegen die Fahrtrichtung. Die Gründe dafür sind vielfältig: umdrehen, um Staus auszuweichen; falsch auffahren, um verlorene Fahrzeugteile zu suchen; auch Suizid gehört dazu.

    Ganz Herr werden wird man dem Problem Geisterfahrer deshalb wohl nicht so schnell.

    Die Hauptursache Orientierungslosigkeit ließe sich aber ausschalten, denn die meisten Geisterfahrten passieren infolge von Alkohol- und Drogenkonsum sowie Übermüdung. "Geistig fit zu sein ist die Grundvoraussetzung, wenn man sich ans Steuer setzt", betont Krainz. Schließlich kann ein Mensch nur 40 bit pro Sekunde an Sinneseindrücken verarbeiten, mehrere Hunderttausende Eindrücke strömen aber pro Sekunde ins Zentralnervensystem. Deshalb sollten Fahrzeuglenker insbesondere bei Autobahnauffahrten auf alle Nebentätigkeiten verzichten. Denn schon das Anzünden einer Zigarette könnte für zu viel Ablenkung vom Verkehr sorgen.

    Die meisten Geisterfahrer gelangen über Verteilerkreise oder Autobahnknoten auf die falsche Spur, auch Raststätten-Ausfahrten und Baustellen mit Gegenverkehrsbereichen sind Ausgangspunkt für die Wahnsinnsfahrten.

    Nicht den Helden spielen

    Wem tatsächlich ein Geisterfahrer auf der Autobahn entgegenkommt, der sollte Ruhe bewahren und mit verminderter Geschwindigkeit auf der rechten Spur fahren. "Die ist am sichersten, weil die meisten Geisterfahrer glauben, dass sie in die richtige Richtung fahren und sich rechts halten", sagt Krainz. Den Helden spielen sollte man nicht. Wer versucht, einen Geisterfahrer aufzuhalten, indem er langsam auf ihn zufährt, der begibt sich in größte Gefahr. Stattdessen sollte der nächste Parkplatz angefahren werden, um dort auf die Entwarnung im Radio zu warten.

    RAINER BRINSKELLE

    DIE GEISTERFAHRER-STATISTIK

    85 Geisterfahrer waren 2009 auf den steirischen Straßen unterwegs. Es kam zu einem schweren Unfall mit zwei Schwerverletzten und einer Leichtverletzten.

    Heuer wurde in der Steiermark sogar schon ein 28-jähriger Kärntner, der auf der A 2 bei Modriach entgegen die Fahrtrichtung fuhr, getötet. Er hatte Suizid begangen.

    390 Falschfahrer wurden im vergangenen Jahr österreichweit gemeldet. 2008 waren es noch 497.

    Seit 2005 starben bei Geisterfahrerunfällen bundesweit 16 Menschen, die Hälfte davon 2005.

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