Schirnhofer: Fleischer reicht das Beil weiter
Karl Schirnhofer zieht sich aus der operativen Führung seines Fleisch-Imperiums zurück. Er steigt in Ökoenergie-Sparte ein.

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Großfleischer Karl Schirnhofer aus Kaindorf bei Hartberg meidet die Trampelpfade der Branche. Das gilt nicht nur für die Herstellung von Fleisch und Wurst, sondern auch für die Führung seiner 1900 Mitarbeiter großen und 195 Millionen Euro Umsatz schweren Firmengruppe. Ohne Aufsehen hat er sich jetzt aus der operativen Leitung des von ihm im Laufe von 19 Jahren aufgebauten Unternehmens zurückgezogen und die Zügel dem 34-jährigen Geschäftsführer Christian Laschet übergeben. Ein "angesichts meines Alters logischer Schritt", zuckt der 50-Jährige mit den Achseln, "keine große Sache". Er sei überrascht, wie locker das gehe. Bemerkenswert: Sohn Karl-Heinz, der am Sitz in Kaindorf die gläserne Fabrik leitet, bleibt in der zweiten Reihe. "Das passt für uns beide so", sagt der Vater.
Einen Fuß lässt Schirnhofer vorerst in der Tür. Die Leitung der am Markt tätigen Gesellschaften hat er zwar abgegeben, aber drei Jahre lang sitzt er mit Laschet noch in der Chefetage der Holding, wo die strategischen Weichen gestellt werden. Danach will er in den Aufsichtsrat wechseln und als "Ideengeber", wie er es nennt, tätig sein. Die Töchterfirmen leiten neben Laschet die zu Prokuristen aufgestiegenen Franz Kneißl und Jürgen Laschet sowie mit Oskar und Wilhelm Blasko und Christian Aibler die früheren Eigentümer zugekaufter Betriebe.
Auf eine Südseeinsel wird sich Schirnhofer auch als Aufsichtsrat nicht zurückziehen. Im Gegenteil: Als Motor der Ökoregion ist er fast missionarisch beseelt von Regionalität und Klimaschutz. So hat er unlängst eine Firma gegründet, mit der er Hackschnitzelkraftwerke entwirft, die Dampf zum Kühlen erzeugen. 2012 will er ein vier Millionen Euro teures Kraftwerk für das Fleischwerk in Kaindorf bauen. Der Betrieb soll CO2-neutral werden, allfällige Lücken will der Unternehmer mit Humuszertifikaten örtlicher Bauern schließen. Das Holz kommt aus dem Almenland, wo Schirnhofers Ochsen grasen.
Dass der Fleischer ausgeprägt unternehmerisch denkt, spürte 2007 just das Almenland: Weil er seine Marke "almo" durch einen geplanten Windpark bedroht sah, verhinderte er das Projekt - mit der Drohung, die Kooperation komplett zu beenden.









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