Teurer Müll erzürnt Grüne
Franz Sölkner, Grüner Mandatar in Thal, kritisiert Führung des Abfallwirtschaftsverbandes Graz Umgebung: Müll war jahrelang zu teurer.

Foto © Erwin ScheriauFranz Sölkner, Grüner Mandatar in Thal und Franz Foter
Schwere Geschütze fährt der Grüne Gemeindekassier von Thal, Franz Sölkner, jetzt gegen Adolf Pellischek, Obmann des Abfallwirtschaftsverbands Graz Umgebung (AWV-GU), auf. Pellischek als Verbandsobmann habe über Jahrzehnte verhindert, dass die Weiterbehandlung des Abfalls der Privathaushalte in einer gemeinsamen Ausschreibung der 57 AWV-GU-Mitgliedsgemeinden erfolgt sei. Zum finanziellen Nachteil der Privathaushalte, und als einziger Abfallverband in der Steiermark, der nicht gemäß dem Abfallwirtschaftsgesetz handelte, moniert Sölkner.
Drohung mit der Aufsichtsbehörde. Um den Missstand aufzuzeigen, ließ sich Sölkner über seine Gemeinde Thal als Delegierter in den AWV-GU entsenden. "Drei Jahre habe ich dort versucht, auf die rechtswidrige und teure, weil getrennte Vergabe aufmerksam zu machen. Umsonst", sagt Sölkner. Erst die Drohung mit der Aufsichtsbehörde durch Bezirkshauptmann Burkhardt Thierrichter brachte ein Umdenken. Und die erste gemeinsame Ausschreibung für die Abfallweiterbehandlung aller 57 AWV-GU-Gemeinden bringt für die Haushalte in 44 Gemeinden auch eine Kostenersparnis. Gewonnen hat die Bietergemeinschaft ASA/Saubermacher, die auch bislang AWV-GU-Hauptentsorger war. Sölkner rechnet vor: "Die Gemeinde Thal erspart sich jetzt 3600 Euro im Jahr. Rechnet man diesen Betrag als durchschnittliche Ersparnis auf 44 Gemeinden um, käme man auf eine jährliche Einsparung von 158.000 Euro." Hätte man seit 18 Jahren gemeinsam ausgeschrieben, wie es das Abfallgesetz ja seit 1990 vorschreibe, wären gar 2,8 Millionen Euro Müllkosten erspart geblieben. "Das hat Pellischek, der bereits seit 19 Jahren Verbandsobmann ist, durch seine Unfähigkeit oder Unwilligkeit zu verantworten", attackiert Sölkner Pellischek scharf.
Gefährliches Spiel. "Die Gemeinden haben rechtsgültige Verträge mit anderen Abfallentsorgern gehabt, deshalb habe man nicht früher gemeinsam ausschreiben können", entgegnet Obmann Adolf Pellischek. Sölkner betreibe zudem ein gefährliches Spiel, denn auf Grund der gemeinsamen Ausschreibung müssten nun elf Gemeinden mehr zahlen als zuvor. Das Ausschreibungsverfahren stellt Sölkner seinerseits in Frage. Günstigere Bieter seien aus dem Verfahren "raus bugsiert und durch ein gelenktes Vorgehen der Verbandsführung die großen Platzhirschen bevorzugt worden".









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