"Ich lebe, um der Natur zu dienen"
Egon Leppen ist 91 und langgedienter Fahnenträger der Berg- und Naturwacht. Die Fahne übergibt er bald und lässt sein Leben Revue passieren: 100.000 Stunden war er im Einsatz.
Der Grazer Egon Leppen hat sein langes Leben - im Februar wurde er 91 Jahre alt - dem Einsatz für die Erhaltung der Natur gewidmet. Seit 55 Jahren widmet er seine gesamte Freizeit der Steiermärkischen Berg- und Naturwacht. Bis zum Tod seiner Frau Maria vor zehn Jahren auch unter deren Mithilfe. Wegen seines unermüdlichen Engagements ist dem rüstigen und quicklebendigen Naturbegeisterten eine besondere Ehre zuteil: Seit 1983 trägt er die Fahne der Berg- und Naturwachtgruppe Graz. Für diese ist sie wichtiges Symbol für Gemeinschaftssinn und Zusammengehörigkeit. "Jetzt wird es Zeit, die Fahne in jüngere Hände zu geben", meint Leppen. Nämlich am 13. Juli an den 43-jährigen Christian Lammer.
Vorher blickt Leppen auf ein erfülltes Leben zurück: "Ich bin zu 100 Prozent ein Naturliebhaber, aber zu 110 Prozent liebe ich Graz und seine schöne Natur", schwärmt Leppen verschmitzt. Wichtig sei, dass den Kindern das Bewusstsein für die Natur weitergegeben wird.
Naturschönheit bewahren
Dass seine geliebte Landeshauptstadt so viel Naturschönheit bewahren konnte, ist auch zu einem großen Teil sein Verdienst. Ob es die bei Familien wie Wanderern beliebte Rettenbachklamm ist oder die Rettung der 1975 und noch einmal 1995 vom Rost arg befallenen Rudolf-Warte auf dem Grazer Buchkogel: Allein bei Letzterer hat Leppen 1995 rund 700 Stunden aufgewendet, um das historisch bedeutsame Stahlkonstrukt aus dem Jahr 1879 zu entrosten, zu schweißen und neu zu lackieren. Auch der Steig zum Buchkogel geht auf sein Konto.
Rechnet man die Zeit zusammen, die Leppen ehrenamtlich für den Naturschutz tätig war, rascheln die Zahlen gewaltig: 100.000 Stunden sind es, die der pensionierte Spenglermeister lebenslang geleistet hat. Zahlreich sind daher auch seine Auszeichnungen, mit besonderem Stolz zeigt er die Ehrenspange des Landes Steiermark her.
Leidenschaftlich lebt Leppen auch seine Handwerksgeschick und sein bildnerisches Talent aus. Zu Hunderten säumen seine liebevoll gestalteten Info-Tafeln die vielen Grazer Naturwege, ebenso wie die Nistkästen rundherum seinen Händen entspringen. Umso größer ist daher der Ärger, dass Vandalen immer wieder zerstörerisch wüten. Trost sucht er auch im Verfassen von Gedichten, stets thematisiert er darin den Traum einer intakten Natur. Sein Lebensmotto ist klar: "Ich lebe, um der Natur zu dienen."
Features
FAKTEN
Seit 1953 gibt es die Steiermärkische Berg- und Naturwacht. Seit 1977 ist sie eine Körperschaft öffentlichen Rechts.
Hauptaufgabe ist der Natur- und Umweltschutz: Man will aufklären, pflegen, schützen und überwachen und so Natur als Lebensbereich von Menschen, Tieren und Pflanzen erhalten.
FAKTEN
Egon Leppen, geboren am 5. Februar 1921 in Graz. Seit 1957 ist der Spenglermeister in der Berg- und Naturwacht Graz aktiv, seit 1983 als deren Fahnenträger.
Bis zu ihrem Tod half auch seine Frau Maria. Leppen hat drei Enkel und zwei Urenkel.
Hobbys: Schilder malen, basteln.







