Sturm-Präsident Rinner tritt zurück
Hans Rinner hatte sein Amt in Graz im Jänner 2007 angetreten und den Club nach der Ära Hannes Kartnig saniert. Inwiefern der Rücktritt die gleichzeitige Funktion Rinners als Präsident der Bundesliga beeinflusst, ist unklar.

Foto © GEPA/Montage KLZHans Rinner
Spät am Abend platzte gestern die Bombe. Es war genau 22.45 Uhr, als eine "Wichtige Pressemitteilung" in der Redaktion eintrudelte. Absender: der SK Sturm. Das Thema: Hans Rinner nimmt den Hut. Der genaue Wortlaut dabei: "Aus aktuellem Anlass gibt der SK Sturm Graz hiermit bekannt, dass Hans Rinner - in einer stattgefundenen Vorstandssitzung - sein Amt als Präsident des SK Sturm Graz zurückgelegt hat."
Pressekonferenz
Damit ist die Ära Rinner nach dreieinhalb Jahren zu Ende. Am 18. Jänner 2007 hat er sein Amt angetreten, am 25. Mai 2010 trat er wieder ab. Nähere Auskünfte will der scheidende Präsident am Mittwoch um 11 Uhr im Rahmen einer Pressekonferenz geben.
Auf den ersten Blick kommt der Rücktritt völlig überraschend, intern waren aber schon Gerüchte in diese Richtung zu hören gewesen. So war zu vernehmen, dass Rinner sich über Pfingsten Gedanken über die Zukunft machen wolle. Er selbst habe sein Werk quasi vollbracht gesehen, denn der SK Sturm wurde schließlich vom Konkursklub zum Cup-Sieger gemacht und konnte damit nach dem Fast-Aus wieder an erfolgreiche, alte Zeiten anschließen.
Typ fürs Grobe
Der Rohbau stünde, gesunde Strukturen seien vorhanden - jetzt wäre nur noch der "Innenausbau" fällig. Laut eigener Definition sah sich Rinner aber immer eher als "Typ fürs Grobe, weniger für die Feinarbeit". Zeit also, die Bühne freizumachen für andere Akteure. Auch weil Rinner immer betont hatte, dass das Rampenlicht zwar nett sei, er es aber nicht zum Leben brauche.
Auf der anderen Seite war aber auch von einer vereinsinternen Opposition gegen den Präsidenten zu hören. Manchmal sogar von einer breiten Front gegen Rinner. Das ist die andere Seite. Wer Nachfolger wird, ist derzeit noch völlig offen. Vielleicht Finanzchef Christian Jauk, der schon einmal Thema war? Ebenso offen ist, ob Rinner jetzt auch als Bundesliga-Präsident geht. Von dieser Funktion war in der Aussendung gar keine Rede.
Features
Infos:
Rinner wurde am 2. November 2006 zum Vizepräsident vom SK Sturm Graz und bei der am 18. Jänner 2007 stattgefundenen Generalversammlung des Vereins als Nachfolger des Kurzzeit- und Ehrenpräsidenten Hans Fedl zum neuen Präsidenten gewählt.
In seine Ära fallen der erfolgreich angenommene Zwangsausgleich des SK Sturm und der Neuanfang beim Grazer Traditionsverein.
Zur Person:
Hans Rinner (geboren am 18. März 1963 in Semriach) ist ein österreichischer Unternehmer und seit 7. Dezember 2009 Präsident der österreichischen Fußball-Bundesliga.
Er ist auch Eigentümer und Geschäftsführer der Frigopol Kälteanlagenbau GmbH/Experience. Von 2007 bis 2010 war er Präsident des SK Sturm Graz.








