Statt drei nur noch eine Bezirkshauptmannschaft
Streng geheim wird auf höchster Ebene auch an Änderungen bei den Bezirksverwaltungsbehörden getüftelt. Zusammenlegung von Knittelfeld, Judenburg, Murau geplant.

Foto © OberrainerBH Judenburg könnte zur Super-Bezirkshauptmannschaft werden
Nicht nur auf Gemeindeebene denkt das Land an Zusammenlegungen. Streng geheim wird auf höchster Ebene auch an Änderungen bei den Bezirksverwaltungsbehörden getüftelt. Als Versuchsobjekte dienen laut Insidern die Murtal-Bezirke Knittelfeld, Judenburg und Murau.
Der Knittelfelder Bezirkshauptmann Werner Wurzbach geht Ende Juni in Pension; sein Murauer Kollege Wolfgang Thierrichter wird heuer 63, geht also in spätestens zwei Jahren. Das realistische Szenario: Keiner der beiden Posten wird nachbesetzt, die Judenburger Bezirkshauptfrau Ulrike Buchacher wird Verwaltungschefin für alle drei Bezirke. An die große Glocke hängt das freilich niemand.
Causa Kasic
Mit einem überraschenden Ergebnis endete die Vertrauensfrage, mit der sich der ÖVP-Landtagsabgeordnete Wolfgang Kasic seiner politischen Heimat, dem Wirtschaftsbund Graz-Umgebung, stellte. 19 Mitglieder der Bezirksgruppe stimmten gegen ihn, bei zwei Stimmen für ihn und drei ungültigen Stimmen.
Im ÖVP-Bezirksparteivorstand, der sich ebenfalls bereits mit den Vorwürfen gegen Kasic auseinandergesetzt hatte, hatte ihm der Obmann der Wirtschaftsbund-Bezirksgruppe, Josef Eibinger, bereits die Gefolgschaft verweigert. Eibinger hatte mit Kasic so manchen Strauß in Sachen Einkaufszentrum Seiersberg ausgefochten und wollte nun wissen, ob er mit seiner Meinung alleine steht oder ob Kasic das Vertrauen der ganzen Bezirksgruppe verspielt hat.
Nach dem Votum gegen Kasic sind Wirtschaftsbundobmann Christian Buchmann sowie ÖVP-Chef Hermann Schützenhöfer gefordert. Die Wirtschaftskammer-Spitze hat bereits deponiert, dass sie das Vorgehen Kasics in Sachen Glücksspiel und Raumordnung nicht goutiert.
Murkraftwerk
Das Tauziehen um das geplante Murkraftwerk in Graz-Puntigam geht weiter. Am Donnerstag hätte auf Betreiben der ÖVP im Grazer Gemeinderat ein Grundsatzbeschluss dafür gefällt werden sollen. Die Grünen lassen das Stück aber zurückstellen, womit es erst im Juli ins Plenum kommt. Vizebürgermeisterin Lisa Rücker (Grüne) startet einen neuen Anlauf für eine Volksbefragung zum Kraftwerk. Von dieser will Bürgermeister Siegfried Nagl (ÖVP) aber nichts mehr wissen. Rücker will Unterschriften sammeln. 10.000 benötigt sie, um eine Volksbefragung durchzusetzen.







