Zwischen Gondeln, Platz für Kinder und Disneyland
Seiersbergs Politik auf dem Prüfstand: Anlässlich der Gemeinderatswahl lud die Kleine Zeitung Mittwochabend in die Shoppingcity - zu hitzigen Wortgefechten zum Nulltarif.
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Die S1-Lounge in der Shoppingcity Seiersberg mag an normalen Tagen zu entspanten Stunden einladen - am Mittwochabend war dies nicht der Fall: Zum einen sind rund 250 Interessierte der Einladung der Kleinen Zeitung zur Debatte anlässlich der Gemeinderatswahl gefolgt, die Lounge ist bis auf den letzten Platz und weit darüber hinaus gefüllt. Und zum anderen gibt es an diesem Abend im Einkaufszentrum hitzige Wortgefechte zum Nulltarif.
Auf dem Prüfstand stehen die Kandidaten aller sechs Fraktionen in Seiersberg: Bürgermeister Werner Breithuber (SP), Günter Grain (Unabhängige Bürgerliste), Stephan Marnul (VP), Philip Tropper (FP), Helge Rosmann (BZÖ) und Wolfgang Cencic (Grüne). Sie stellen sich nicht nur den Fragen von Bernd Hecke und Gerald Winter von der Kleinen Zeitung, sondern vor allem jenen des Publikums.
Wo der Schuh drückr
Schon im Vorfeld hatten ja die Seiersberger bekannt gegeben, wo ihrer Meinung nach in der Gemeinde der Schuh drückt - und diese Wünsche, von einer Sommerbetreuung für Kinder bis zu Spielplätzen, kommen auch im Zuge der Diskussion zur Sprache. "Und ich hoffe, dass man nicht auf die Senioren und deren Betreuung vergisst", so eine Dame im Publikum.
Auf die Frage, welche Vorhaben ganz oben auf der "Zu erledigen"-Liste stehen, nennen die meisten Kandidaten die Beruhigung des fließenden Verkehrs. Sowohl VP-Spitzenmann Marnul sowie Tropper von der FP haben sich zudem vorgenommen, für mehr Sicherheit in Seiersberg zu sorgen - "dank höherer Polizeipräsenz". Geht es nach Grünen-Kandidat Cencic, so will er künftig seinen Mitbürgern schlicht ein genießbares Wasser servieren. "Denn derzeit ist die Trinkwasserqualität in Seiersberg leider sehr schlecht."
SP-Bürgermeister Breithuber indes verteidigt einmal mehr seine Vision von einer Gondelbahn zur Shoppingcity - ein umstrittenes Projekt, wie sich zeigt: Während sich Wolfgang Cencic an "so etwas wie Disneyland" erinnert fühlt und Helge Rosmann davor warnt, "sich Denkmäler zu errichten", entscheidet sich das Publikum in einer kleinen Abstimmungsrunde jedoch knapp für die Gondeln. Seitens der VP und der Bürgerliste heißt es: Von uns aus, solange die Gemeinde nicht zur Kassa gebeten wird.
Doch Breithuber steht dazu - wie zur "Wachstumsbremse". Warum dann seine Gemeinde seit Jahren munter weiterwächst? "Das passiert nur auf jenen Flächen, die seit Jahren baufähig sind. Ansonsten stehen wir längst auf der Bremse."











