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Zuletzt aktualisiert: 23.02.2010 um 23:45 UhrKommentare

"Qual" der großen Listen-Auswahl

Gleich sieben Listen kämpfen in Lieboch um die Gunst der Wähler, in Eisbach und Seiersberg sind es noch sechs.

Foto © AP

In manchen Orten ist es ein schlichtes Duell, meist ÖVP gegen SPÖ. In anderen Gemeinden aber haben die Bürger die Qual der Wahl. Spitzenreiter in Graz-Umgebung ist dabei Lieboch. In der 4500-Seelen-Gemeinde treten gleich sieben Listen an - die Bürgermeisterpartei SPÖ, ÖVP, Grüne, FPÖ, BZÖ, die Bürgerliste "Lieboch Neu" sowie "Hausverstand Lieboch".

Derzeit sitzt Bürgermeister Alois Pignitter auf elf Mandaten und hält damit die Absolute - 2005 erzielte er hauchdünn 50,1 Prozent. Damals traten aber nur vier Parteien an. "Wir hoffen", so Pignitter, "trotz der sechs anderen Parteien auf Zuwachs."

Dass die hohe Anzahl der Listen als Unmutsäußerung gegenüber seiner Amtsführung zu interpretieren ist, glaubt Pignitter nicht. "Wir haben immer versucht, den anderen die Hand zu reichen - aber unsere Initiativen werden offenbar oft aus Prinzip abgelehnt."

Aber auch in den eigenen roten Reihen gibt es Unstimmigkeiten. Mit Wolfgang Scherz tritt ein jetziger SPÖ-Gemeinderat mit der Bürgerliste Lieboch Neu an. Mitstreiter Christian Stiegler saß früher für die ÖVP im Gemeinderat und sagt: "Wir wollen die Absolute der SPÖ brechen." Auch in der FPÖ gab es Streit: Der bisherige Listenführer Rudolf Zarfl macht sich daher nun mit "Hausverstand Lieboch" selbstständig. "In der Gemeinde kann man parteifrei viel mehr erreichen als mit einer verordneten Parteidisziplin."

Als größtes Versäumnis führen beide den Sportplatz an. Einen jahrelangen Rechtsstreit haben ja Anrainer gewonnen, nun dürfen genau elf Fußballspiele im Jahr durchgeführt werden - die Jugend muss nach Söding ausweichen. Bürgermeister Pignitter hat den Platz abgeschrieben: "Über ,regio next' planen wir mit fünf Nachbargemeinden ein gemeinsames Sport- und Freizeitzentrum."

Dichtes Starterfeld

Ein dichtes Starterfeld mit jeweils sechs Listen gibt es auch in Seiersberg und Eisbach-Rein. In der Shopping-City-Gemeinde tritt neben SPÖ, ÖVP, Grüne, FPÖ und BZÖ auch die Unabhängige Bürgerliste an. Sie ist derzeit zweitstärkste Partei und feiert heuer ihr 25-jähriges Bestehen.

In Eisbach-Rein kämpfen SPÖ, FPÖ, ÖVP, Grüne, BZÖ und die Liste "Unser Eisbach-Rein - Team Robert Köppel" um die Wählergunst.

HELMUT BAST, GERALD WINTER

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