Zankapfel Einkaufszentrum - Wirte unzufrieden mit Rauchverbot
Da laut Gastronomen in Einkaufszentren die baulichen Maßnahmen kaum realisierbar sind, greift man zu "inoffiziellen Lösungen", um die Rauchverbote zu umgehen: Anträge auf Umbauarbeiten werden als "Alibi" verwendet, um den Tabakkonsum weiter erlauben zu können.

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Das seit Jahresbeginn geltende Rauchverbot für die Gastronomie sorgt in Einkaufszentren (EKZ) für Wirbel. Die Wirte in den Shopping-Malls fühlen sich gegenüber ihren Kollegen wegen mangelnder Abtrennmöglichkeiten für Raucherräume benachteiligt und klagen über massive Umsatzeinbußen. Das Ergebnis: Das Chinalokal im oberen Stock verbannt den Tabakkonsum gänzlich, der Italiener daneben kümmert sich nicht um das Gesetz - böses Blut, Neid und Boykott sind die Folge.
"Inoffizielle Lösung" in Seiersberg.
In der "Shopping City (SC) Seiersberg" bei Graz haben sich die Gastronomiebetreiber beispielsweise zusammengeschlossen und auf eine "inoffizielle" Lösung geeinigt: Während an den Tischen in der so genannten Mall nicht geraucht wird, erlauben die Wirte in ihren "Kojen" den blauen Dunst. Eine räumliche Trennung könne rein architektonisch nicht geboten werden, argumentiert Michael Schwab, der zusammen mit seiner Ehefrau das Lokal "Insider Cafe" in der SC Seiersberg betreibt. Zwar hätten alle Gastronomen bei der Behörde einen Bescheid zum Umbau eingereicht, doch das sei "nur Alibi".
Probleme.
Tatsächlich seien bauliche Maßnahmen zur Trennung kaum realisierbar, so der Wirt im Gespräch mit der Austria Presse Agentur. "Ich verstehe das Gesetz bei Essenslokalen, aber wir sind ein reines Cafe. Wenn wir ein totales Rauchverbot bekommen, können wir zusperren." Verwirrend dazu die Aussage von SC Seiersberg-Geschäftsführerin Anita Bräunlich, laut der das komplette EKZ rauchfrei ist. Die Unternehmerin geht zwar von einer "schlimmen Umstellung" für die Gastronomen aus, agiert werde aber gesetzeskonform. Genau vor einem Jahr habe man zwei Raucher-Loungen eingerichtet. Von der Lösung der Wirte will Bräunlich nichts gewusst haben.
Rauchergesetz.
Widerstand gibt es auch in der Shopping City Süd (SCS) in Vösendorf bei Wien. 35 bis 40 Gastronomiebetriebe halten sich teilweise an das Rauchergesetz. Andere Lokale boykottieren es, allen voran die Kaffeehäuser. Als dort nicht geraucht wurde, wären Umsatzeinbußen von 50 bis 60 Prozent verzeichnet worden. Laut SCS-Center Manager Anton Cech stellen Kellner teilweise keine Aschenbecher auf die Tische, will ein Kunde rauchen, werden sie ihm aber gebracht. Man habe die Gastronomen über die geltenden Gesetze informiert, meinte Cech, der sich - für die SCS - mit dem Gesetz aber auch "nicht glücklich" zeigte. Erwische man säumige Betriebe, würden diese abgemahnt. Die zuständige Bezirkshauptmannschaft habe nach Anzeigen nun begonnen, entsprechende Strafbescheide auszustellen.








