Amt schickte beharrlich Vignette an Verstorbene
Seit vier Jahren schickt das Sozialamt einer verstorbenen Frau die einst beantragte kostenlose Autobahnvignette. Sämtliche Versuche der Eltern, den Irrtum aufzuklären, waren zwecklos.

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Karl und Anneliese Schrotter sind mit ihrer Geduld langsam am Ende. Vor wenigen Tagen flatterte dem Ehepaar aus St. Radegund ein Antragsformular des Bundessozialamts ins Haus. Adressiert war das Schreiben an ihre Tochter Ulrike, die auf diesem Weg erinnert werden sollte, mit dem Formular eine kostenlose Autobahnvignette für 2008 zu beantragen. Das Problem: Ulrike Schrotter ist vor vier Jahren verstorben. Den jährlichen Briefen des Sozialamts hat das Ehepaar Schrotter aber trotz intensiver Bemühungen noch kein Ende setzen können.
Autobahnvignette. Jedes Jahr hatte die junge Frau aufgrund einer Gehbehinderung die kostenlose Autobahnvignette beantragt. Als die Vignette im Dezember 2003 kurz nach ihrem unerwarteten Tod per Post in St. Radegund ankam, schickte sie Vater Karl Schrotter mit dem Hinweis zurück, dass die Tochter verstorben sei. Doch ein Jahr später lag erneut eine Vignette im Postkasten der Schrotters. Wieder wurde sie von Karl Schrotter retourniert. Telefonisch klärte er beim Sozialamt den Irrtum auf.
Hartnäckig. Zwecklos, denn im Jahr darauf bekam Familie Schrotter abermals Post: Diesmal ein Vignetten-Antragsformular. Und wieder versuchte Schrotter beim Sozialamt den Irrtum telefonisch und schriftlich aufzuklären. Mit der Konsequenz, dass der Briefträger ein Jahr später das Formular abermals vorbeibrachte. Bis heuer hat sich daran nichts geändert. "Wir sind wirklich dankbar für die Hilfe des Sozialamts, aber warum ist es so schwer, diese Sendungen einzustellen?", ist Schrotter verärgert. "Wir wünschen allen, die wirklich Hilfe brauchen, dass das Amt dann genauso hartnäckig ist."
Bundessozialamt. Wirklich überrascht ist man beim Bundessozialamt in Graz über den Irrtum nicht. "So etwas passiert leider immer wieder", seufzt Abteilungsleiter Günther Flitsch. Warum, kann er sich auch nicht erklären. "An sich wäre das am Computer in einer halben Minute erledigt." Im konkreten Fall werde es nun keine Zusendungen mehr geben, verspricht Flitsch.









