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Zuletzt aktualisiert: 28.11.2010 um 21:12 UhrKommentare

Steirischer Brückenschlag nach Russland

Mit Umwelttechnik, Autozulieferung, Hightech, Architektur und Lebensmitteln wollen Firmen aus der Steiermark im Westen Russlands groß ins Geschäft kommen.

Der Geschäftsführer des ICS erkennt für die steirische Wirtschaft großes Potenzial im Westen Russlands

Foto © APDer Geschäftsführer des ICS erkennt für die steirische Wirtschaft großes Potenzial im Westen Russlands

Irgendwie wird man an Graz erinnert, steigt man in St. Petersburg aus dem Flugzeug: trübes Wetter, nicht übermäßig kalt, ein paar Schneeflocken. Aber sonst ist vieles anders, der Flughafen ist deutlich größer, die Stadt auch und sie ist Ziel einer steirischen Wirtschaftsdelegation, die ab heute bis Donnerstag St. Petersburg und seine Betriebe besucht.

Unter der Leitung von Wirtschaftslandesrat Christian Buchmann und dem Geschäftsführer des ICS (Internationalisierungscenter Steiermark), Karl-Heinz Dernoscheg, will eine Gruppe von Unternehmern und Managern, manche mit Erfahrung im Osten, andere auf Spurensuche, die eigenen Leistungen ins rechte Licht rücken. Dernoscheg, bewährt in Auslandskontakten, ist einigermaßen perplex: "Wir sind vom großen Interesse steirischer Firmen an Kontakten in St. Petersburg überrascht." Er sieht die Steiermark in Russland in einer guten Position, im Vergleich mit Deutschland. Von Österreich aus gehen 3,3 Prozent der Exporte nach Russland, bei den Deutschen sind es ein wenig mehr, 3,4 Prozent. In Asien schaut es mit 13 Prozent für Deutschland und 7,4 Prozent für Österreich ungleich schlechter aus.

Hightech im Koffer

Dernoscheg erkennt für die steirische Wirtschaft großes Potenzial im Westen Russlands. Warum eigentlich? "Nach der Krise nimmt dort der Verbrauch an Rohstoffen zu" - Zeichen für eine wachsende Wirtschaft. Und mit welchen Bereichen können die Steirer Pluspunkte sammeln? Bei Maschinen, im Anlagenbau, mit Lebensmitteln. Ausbaufähig sind Ökoenergie, Umwelttechnik, erneuerbare Energien. Durch die aufstrebende Autoindustrie rund um St. Petersburg sei ebenfalls "ein Markt gegeben". Magna hat erst Mitte September drei Werke eröffnet. Wladimir Putin, russischer Ministerpräsident und ehemaliger Vizebürgermeister von St. Petersburg, seiner Geburtsstadt, war Ehrengast.

Und das erwarten sich Unternehmer. Herbert Ritter (M+R Automation) aus Raaba ist noch "relativ schwach im Ostmarkt" vertreten, will sich im Zukunftsmarkt Eindrücke verschaffen, erwartet sich "mehr Zugänge" über die Wirtschaftsdelegation besonders in der Autoindustrie. Karl Pansy, Geschäftsführer des Autoclusters Steiermark, sieht hohes Potenzial im Automarkt. Die großen Entfernungen sollen über Partnerbetriebe oder Direktlieferungen überwunden werden. Auch die AVL ist seit Jahren in Russland tätig.

HELLFRIED SEMLER

ZENTRUM FÜR INDUSTRIE UND HAN

St. Petersburg hat seit seiner Gründung 1703 durch Zar Peter den Großen strategisch eine wichtige Position.

Zuallererst sollte die Stadt den Anspruch Russlands auf den Zugang zur Ostsee durchsetzen.

Die Stadt ist heute nach Moskau die zweitgrößte in Russland, zählt 4,6 Millionen Einwohner und ist vom Westen her der Eintrittsort für die Wirtschaft.

St. Petersburg ist Verkehrsknotenpunkt und russisches Zentrum für Forschung und Entwicklung.

Schwerpunkte liegen auf Schiff- und Maschinenbau, Luft- und Raumfahrttechnik, Möbel- und Nahrungsmittelindustrie, Umwelttechnik, Informationstechnik.

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