AE&E stellt Insolvenzantrag
Rund 300 Mitarbeiter sind zur Kündigung angemeldet. Käufersuche geht hektisch weiter. Am Freitag wurde der Insolvenzantrag bei Gericht beantragt.

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Geht man nach den vorliegenden Fakten, schaut es für die AE&E derzeit mehr als düster aus. Laut Betriebsrat des Unternehmens wurden praktisch alle Beschäftigten am Standort Graz beim Arbeitsmarktservice (AMS) vorsorglich im Frühwarnsystem angemeldet. Das ist üblicherweise die Vorstufe zu Kündigungen, von denen aber nicht zwangsläufig alle Mitarbeiter betroffen sein müssen.
Ob die Meldung ans AMS tatsächlich erfolgt ist, kann AMS-Sprecher Hermann Gössinger aus Gründen des Datenschutzes nicht bestätigen und auch nicht dementieren. Einige AE&E-Mitarbeiter haben sich in der Redaktion der Kleinen Zeitung gemeldet, die Sachlage mitgeteilt. Und noch interessante Informationen nachgelegt: So habe AE&E noch Stellenausschreibungen laufen, z. B. für einen Controller.
Betriebsrat Erich Fürnsinn kritisiert die Führung von AE&E und des Mutterkonzerns A-Tec heftig. Man habe in Graz einige Aufträge "vor der Tür", aber die Auftraggeber würden nicht "ewig" warten. Die Banken haben die Kredite für die AE&E noch immer nicht freigegeben.
Daher wird wohl oder übel der nächste Schritt folgen: Der Kreditschutzverband 1870 hat per Aussendung mitgeteilt, dass die A§&E am Freitag ein Sanierungsverfahren in Eigenverantworutung beantragt hat. Die AE&E hält sich dazu bedeckt. Blantz: "Das Sanierungsverfahren schafft für 90 Tage Luft." In dieser Zeit besteht nämlich ein Veräußerungsverbot. Ein Finanzierungsplan muss erstellt werden. Dem Vernehmen nach sind pro Monat allein zwei Millionen Euro an Löhnen und Gehältern fällig. Das könnte auch der Grund für die Meldung im Frühwarnsystem sein - werden Mitarbeiter arbeitslos, muss das AMS zahlen.
50 Millionen als Preis
Die Suche nach Käufern für die AE&E blieb bisher ohne Erfolg. Es wird zwar, erklärt Fürnsinn, mit Interessenten verhandelt, darunter die Grazer Andritz AG, aber Ergebnisse zeichnen sich nicht ab. Möglich, dass Interessenten jetzt agieren, wie es A-Tec-Mehrheitseigentümer Mirko Kovats tat: Kovats hatte etliche Teile seines Konzerns aus Konkursen billig erworben.
Experten schätzen den Wert der AE&E-Gruppe auf 120 Millionen Euro, wovon allein die Schweizer Tochter Inova 100 Millionen wert sei. 50 Millionen Euro, heißt es aus Verhandlungskreisen, würde die A-Tec für AE&E fordern, ein Preis, der der Andritz AG zu hoch ist.
Immerhin müsste ein Käufer auch eine Regelung für Haftungen innerhalb der Unternehmen der AE&E-Gruppe, die über vernetzte Wege bestehen, finden. So gibt es z. B. Querverbindungen zur AE&E Australien, die die Misere für die AE&E eingeleitet hat, in Australien liefen Kraftwerksgeschäfte schief. Allein bei der Pleite der Babcock Borsig 2002 sind aus der AE&E mehr als 100 Millionen Euro hängen geblieben.







