Mit Krawatten gefesselt und ausgeraubt
Unternehmerfamilie in Pirka bei Graz von drei maskierten Tätern überfallen: Verbrecher entkamen mit Bargeld, Schmuck und Uhren. Geraubten Porsche ließen sie in Seiersberg zurück.

Foto © Scheriau/Sujet
Sie waren mit Sturmhauben maskiert und mit Pistolen und Pfefferspray bewaffnet. Lautlos lehnten die drei Täter eine Alu-Leiter ans offene Fenster und stiegen in das Schlafzimmer der Mutter des Hausbesitzers im ersten Stock ein. Als die 75-jährige Pensionistin die schwarz gekleideten Männer bemerkte, hatte sie auch schon eine Ladung Pfefferspray im Gesicht.
Mit Kabelbindern wurde die Frau gefesselt. Einer der drei Täter hielt sie mit einer Pistole in Schach, während die beiden Komplizen ins Parterre gingen und sich im Schlafzimmer auf den 54-jährigen Hausbesitzer und seine Gattin (38) stürzten. Der Mann wurde mit Kabelbindern geschlagen, mit Pfefferspray attackiert und ebenfalls gefesselt. Dann musste er die Kombination des Tresors nennen. "Wir wissen, dass du Geld im Tresor hast", sagten die Verbrecher.
Die Beute - Bargeld, Uhren und Schmuck, sowie das Handy des Unternehmers - stopften sie in eine Umhängetasche mit der Aufschrift "Ferrari", die sie aus der Abstellkammer nahmen. Danach stellten sie das Haus auf den Kopf. Mindestens zweieinhalb bis drei Stunden, so Oberstleutnant Erwin Strametz vom Landeskriminalamt, hielten sich die Räuber im Haus der Unternehmerfamilie auf. Erst gegen 5 Uhr morgens, verließen sie den Tatort - mit einem der drei Porsche des Geschäftsmannes.
Porsche abgestellt
Bevor sie flüchteten, fesselten sie den Mann und die beiden Frauen zusätzlich mit Krawatten aus dem Schlafzimmerkasten. Strametz: "Die drei Opfer wurden aneinandergebunden. Die Gattin des Geschäftsmannes konnte sich eine halbe Stunde später selbst befreien und löste die Fesseln der anderen beiden Opfer."
Um 6.30 Uhr ging Freitag früh in der Bezirksleitzentrale Seiersberg der Notruf ein. Eine sofort eingeleitete Alarmfahndung brachte keinen Erfolg. Polizeistreifen aus dem Bezirk Graz-Umgebung, das Einsatzkommando Cobra, die Einsatzgruppe zur Bekämpfung organisierter Straßenkriminalität und Hundestreifen konzentrierten sich bei der Suche nach den Verbrechern auf dem Bereich zwischen dem Flughafen Graz-Thalerhof und dem Schwarzl-Freizeitzentrum. Gegen Mittag wurde die Fahndung aber erfolglos eingestellt.
Lediglich das geraubte Fahrzeug konnte gefunden werden. Die Räuber hatten es in Seiersberg, nur wenige Kilometer vom Tatort entfernt, hinter einem Wettcafe im Halte- und Parkverbot abgestellt.
"Die Täter müssen sich am Tatort ausgekannt haben", ist Ermittlungsleiter Gerald Kahr (LKA-Raubgruppe) überzeugt. "Sie wussten, wo sich die Alu-Leiter befand, sie wussten genau, wo sie ungehindert einsteigen konnten. Möglicherweise haben sie den Tatort und die Familie beobachtet."
Zweckdienliche Hinweise an den Journaldienst des Landeskriminalamtes, 0 59 133 60 3333.








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