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Zuletzt aktualisiert: 27.12.2009 um 20:03 UhrKommentare

Fünf Jahre alter Mordfall gibt weiter Rätsel auf

Vor fünf Jahren wurde neben der Autobahn in Pirka eine ermordete Frau aufgefunden. Noch immer ist ihre Identität ungeklärt.

Foto © APA/Sujet

Wer ist diese junge Frau und warum wurde sie ermordet? Warum hat ihr der Mörder nach ihrem Tod das linke Ohr abgeschnitten? Diese Fragen stellt sich Mordgruppenchef Anton Kiesl vom Landeskriminalamt immer wieder. Mit hohem Aufwand versuchen Kiesl und seine Kollegen seit fünf Jahren, die Identität der Unbekannten festzustellen. Bisher jedoch ohne Erfolg.

Das Mordopfer (19 bis 25 Jahre alt, 1,75 Zentimeter groß, und nur 49,5 Kilo schwer) lag neben der Südautobahn im Gemeindegebiet Pirka bei Graz. Direkt über der Auffindungsstelle befindet sich die Überführung der Pyhrnautobahn (A 9). Unter dieser Brücke hatte der Mörder am späten Nachmittag des 8. Jänner 2005 die erschlagene Frau angezündet und ihr danach das linke Ohr abgetrennt. Auffindungsort und Tatort sind nicht identisch.

Laut einem Isotopengutachten aus München hat das Opfer bis zum 16. Lebensjahr in Griechenland oder Kroatien gelebt. Die Monate vor ihrem Tod muss die junge Frau aber in Deutschland oder einem Land mit starkem Durchzugsverkehr aus Deutschland verbracht haben. Und: Sie war im Alter von 18 Jahren schwanger oder hatte an einer längeren Krankheit laboriert.

Der Schädel war zwar bis zur Unkenntlichkeit verbrannt, doch gaben deutsche Wissenschaftler der ermordeten Frau zwei Gesichter. Unabhängig voneinander wurden anhand des Knochenbaues Gesichtsrekonstruktionen durchgeführt.

Noch nie zuvor wurde in Österreich bei Mordermittlungen ein solcher wissenschaftlicher Aufwand betrieben wie im Fall der unbekannten Toten. Weitergekommen sind die Kriminalisten trotzdem nicht. "Wir erhalten immer wieder Hinweise, der entscheidende Tipp war noch nicht dabei", sagt Anton Kiesl. "Alle Interpol-Staaten der Welt sind informiert, Europol ist ebenfalls eingeschaltet. Aber wir kommen einfach nicht weiter. Es scheint, diese Frau geht niemandem ab."

Auch Motiv rätselhaft

Sogar die Behörden in China seien mit dem Mordfall in der Steiermark konfrontiert worden, sagt Kiesl. Wegen der Kleidungsstücke, einem halb verbrannten roten Strickpullover mit Zopfmuster, einem schwarzen Langarmshirt (keine Marke ersichtlich) und einem dunkelblauen BH der Marke "MELLOW underwear" habe man schon vor drei Jahren angefragt, aber bisher noch keine Antwort bekommen.

Den Kriminalisten gibt nicht nur die Identität des Opfers Rätsel auf, sondern auch das Mordmotiv. Von einem Racheakt bis hin zu einem Ehrenmord sei alles möglich, so Kiesl. Hinweise an das LKA, 0 59 133 60 3333.

HANS BREITEGGER

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