Wirbel um fehlenden Lärmschutz
Bürger der Bodenfeld-Siedlung in Peggau protestieren, weil ÖBB keine Lärmschutzwand errichtet. ÖBB und Land Steiermark wollen nun erneut Möglichkeiten prüfen.
Es dreht sich um 283 Meter Lärmschutz für eine Siedlung und deren Lebensqualität", sagt Christine Lanz von der "Interessengemeinschaft Lärmschutzwand Bodenfeld Peggau". Im Zuge des anstehenden Umbaus des Bahnhofs Peggau ist auf einer Seite die Errichtung einer Lärmschutzwand geplant. Doch da fängt der Ärger der Bewohner der Bodenfeldsiedlung an: "Die andere Seite, wo die Politiker wohnen, bekommt den Lärmschutz, unsere Siedlung ist genau so knapp bei der Bahn wie die andere Seite, bekommt aber keinen Lärmschutz", so Lanz. Wird da von ÖBB und der Politik tatsächlich ungleich behandelt?
Walter Mocnik, Sprecher der ÖBB, bestätigt, dass gemäß der vom Verkehrsministerium vorgegeben Wirtschaftlichkeitsrichtlinien entlang der Bodenfeldsiedlung aus Kostengründen keine Lärmschutzwand errichtet werden kann.
"Die Richtlinie erlaubt eine Lärmschutzwand nur, wenn diese objektseitige Maßnahmen wie Schallschutzfenster um das maximal Dreifache übersteigt", sagt Mocnik. Eine Lärmschutzwand käme aber auf das Achtfache - zu teuer. Die Errichtung von 26 Lärmschutzfenstern werde die ÖBB aber fördern.
"Die Züge donnern mit 70 bis 90 Dezibel an uns vorbei", so Lanz. Ihre Gärten seien dann ohnehin nicht mehr zu verwenden, auch weil nach dem Ausbau von Koralmbahn mit Hunderten Zügen täglich zu rechnen sei.
"Wir fühlen uns von den Politikern verlassen", zeigen sich die Anrainer enttäuscht. Zumal Anfragen bis hinauf zu Verkehrsreferentin Kristina Edlinger-Ploder und Landeshauptmann Franz Voves nichts fruchteten.
Helmut Salomon, Peggaus Bürgermeister von der Heimatliste Peggau, sieht die Möglichkeiten der Gemeinde beschränkt: "Den vorgesehenen Anteil der Gemeinde von 25 Prozent übernehmen wir selbstverständlich. Doch den geschätzten Gesamtbetrag von 500.000 können wir einfach nicht zahlen."
Beim Lärmschutz teilt sich der Kostenanteil folgendermaßen auf: 50 Prozent übernehmen ÖBB, 25 Prozent das Land und 25 Prozent die Gemeinde. Land wie Gemeinde wären zur Zahlung ihres Anteils bereit, für die ÖBB ist die Richtlinie die Grenze.
Doch Gernot Aigner, Referatsleiter für Umwelttechnik und Anrainerschutz im Land Steiermark, ist zuversichtlich, bei einem weiteren Treffen mit Vertretern der ÖBB und des Bundes in dieser Woche doch noch eine Lärmschutzlösung für die Anrainer in der Bodenfeldsiedlung zu erreichen. "Ich kann nichts versprechen, aber ich sehe da noch ein ,Spiel' innerhalb der Richtlinie, in dem der Anteil auch für die Gemeinde noch leistbar ist."








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