Der Hochsommer fällt heuer ins Wasser
Meteorologen sagen dem Sommer für heuer Ade. Das Wetter bleibt vorerst wechselhaft, die Prognosen für den August sehen keine substanzielle Besserung kommen.

Foto © APAIn diesem Sommer werden wir auch weiterhin die Flip-Flops gegen Regenstiefel eintauschen müssen
Die Worte des Meteorologen schmerzen in den Ohren aller Freunde der warmen Jahreszeit: "Man kann so gut wie ausschließen, dass das heuer noch ein super Sommer wird." Werner Troger von den meteo experts ist mit Langzeitprognosen zwar vorsichtig, alle Anzeichen würden aber auf einen unbeständigen Rest-Sommer hindeuten, sagt er. "Einzelne heiße Tage wird es geben, aber mit langen, beständigen Phasen ist heuer nicht mehr zu rechnen."
Mit anderen Worten: Es bleibt die meiste Zeit so, wie es seit Tagen ist. Schwüles Wetter wechselt sich mit Regenschauern und Gewittern ab. Zumindest die Vorhersagen für die kommenden Tage bestätigen die Prognose des Meteorologen. Nach den Regengüssen in der Nacht auf heute ist es um mehrere Grad kühler geworden - beständiger ist das Wetter deshalb nicht. Die Luft ist immer noch feucht, schon für Mittwoch werden die nächsten Gewitter erwartet. Wenngleich diese aufgrund der Abkühlung nicht mehr ganz so heftig ausfallen.
Keine Badewetter. "Wirkliches Badewetter wird es bis zum Wochenende nicht geben. Da wagen sich nur die Hartgesottenen ins Wasser", sagt Troger. Spürbar wärmer sollte es erst nächste Woche wieder werden. "Was wir noch nicht wissen, ist, ob dieses Hoch dann etwas stabiler ist."
150 Liter Regenwasser. Dass derzeit schon kurze Regengüsse zu Hochwasser führen können, liegt daran, dass das vollgesogene Erdreich kein zusätzliches Wasser mehr aufnehmen kann. "In den vergangenen Wochen hat es in der Steiermark überall viel mehr geregnet als im langjährigen Schnitt - vor allem im Ennstal, im Mürztal und in der Südoststeiermark", bestätigt Friedrich Wölfelmaier von den Zentralanstalt für Meteorologie (Zamg). So sind am 23. und 24. Juni in Feldbach 150 Liter Wasser vom Himmel gefallen. "Der Normalwert für einen ganzen Monat liegt dort bei 104 Litern", sagt der Meteorologe. In Deutschlandsberg regnete es am Montag fast 50 Liter, Überschwemmungen und Verklausungen waren die Folge.
Der Regen verschärft die Krise. Die dauernden Regenfälle werden auch für die Landwirte zu einem Problem. Es muss mehrere Tage hintereinander trocken sein, damit das Heu eingebracht werden kann. "In der Oststeiermark klagen die Bauern, dass es seit Jahren keine so lang anhaltende Phase mit Regen gegeben hat", sagt Troger.
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Unser Hochwasser-Special
Millionenschäden in der Bauwirtschaft
Mehrmals täglich kommt es derzeit zu Regengüssen, darunter leidet vor allem der Straßenbau massiv. Asphaltierungsarbeiten sind unmöglich, Erdarbeiten verzögern sich auf Tage. "Wir haben extreme Mehrkosten durch Überstunden und können viele Termine nicht einhalten", schätzt Kurt Ully, Prokurist bei der Straßenbaufirma Terrag-Asdag die Mehrkosten in der Steiermark auf mehrere Millionen Euro. Die Asfinag dagegen hat keine Probleme. "Der Streckenabschnitt Laßnitzhöhe-Graz Ost wird zwar gerade generalsaniert, die heiklen Asphaltierungsarbeiten sind aber erst im Herbst geplant", so Asfinag-Sprecher Volker Höferl.
Kaum betroffen sind die Hausbau-Firmen: Das Unternehmen Kohlbacher etwa vermeldet, dass alle Übergabetermine eingehalten werden können.
Tourismus gibt sich flexibel
Steiermark-Tourismus-Sprecherin Ute Hödl strahlt aus, was die Branche vorlebt: Selbst Regentage sollten keine miese Laune zulassen. Deshalb auch die positive Stimmung quer durchs Land. Die Parktherme Bad Radkersburg etwa ist zufrieden mit der Auslastung, die Lurgrotte in Peggau sogar euphorisch. Klar, die profitiert vom Regen. Auch das Stift Admont sieht sich derzeit als Publikumsmagnet. Und aus der Seevilla Altaussee kommt das passende Statement: "Stammgäste kennen die Gegend und sind wetterresistent."
Trockenes Fleckerl
Unbeständig ist das Wetter derzeit nicht nur in Österreich. Auch in Norditalien und an der oberen Adriaküste gehen dieser Tage Gewitter nieder. Wer seinen Urlaub am Meer unter strahlender Sonne genießen will, der sollte etwas weiter nach Süden ausweichen. Die südliche Adria-Küste bleibt vorerst von Regen verschont. Sonnige 27 Grad hatte es gestern auch in Madrid und den spanischen Küsten.









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