Abschied des Erdgas-Patrons
In seiner Kolumne "Chefetage" schreibt Adolf Winkler über Anton Smolak, den Bauherrn des Gasdampfkraftwerkes in Mellach und Planer des GDK in Klagenfurt. Nun geht er in Pension.

Foto © Markus LeodolterAnton Smolak baute Mellach, plante Klagenfurt
Den Spatenstich für das Gasdampfkraftwerk Klagenfurt hätte er sicher noch gerne selbst als Geschäftsführer der Verbund Thermal Power (VTP) gesetzt. Doch dazu wird Anton Smolak allenfalls als Pensionist geladen werden - wenn das GDK Klagenfurt überhaupt den Umweltsenat in Wien und die von Verbund-Chef Wolfgang Anzengruber in der Kleinen Zeitung angekündigte Wirtschaftlichkeitsprüfung besteht. In der Vorwoche trat Smolak nach 37 Jahren in der E-Wirtschaft in den Ruhestand. Der frühere ÖDK-Diplomingenieur war die letzten zehn Jahre der technische Geschäftsführer der VTP. Schon im Mai wurde für die Nachfolge Robert Koubek bestellt. Kaufmännischer Geschäftsführer bleibt wie bisher Walter Mayer.
Smolak war quasi der Erdgas-Patron beim Verbund und hat mit Techniker-Pioniergeist die zwei großen Gaskraftwerksprojekte in Mellach bei Graz und in Klagenfurt vorangetrieben: "Wir bauen den Kraftwerkstyp mit der höchsten Effizienz und den niedrigsten CO2-Emissionen", argumentierte er unermüdlich. Sein Berufsfinale hätte sich Smolak freilich anders vorgestellt. In Mellach ist man noch immer bei der Inbetriebsetzung des 550 Millionen Euro teuren Kraftwerkes. Die Gehäuse der zwei Siemens-Generatoren müssen ausgetauscht werden. Das verzögert die volle Inbetriebnahme bis in den Jänner und dürfte den Siemens-Konzern, der für jeden verzögerten Tag 70.000 Euro Pönale zahlen muss, rund 20 Millionen Euro kosten. Zugleich hat es den Verbund mit 110 Millionen Euro Abschreibungen mit den Gasverträgen getroffen. Anton Smolak sieht Mellach trotz aller Probleme positiv: "Strom erzeugen wir schon."








