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Zuletzt aktualisiert: 25.11.2011 um 06:00 UhrKommentare

Gaskraftwerk: Der holprige Start des Mellacher Gasriesen

Nach Startproblemen beim Gaskraftwerk Mellach müssen nun beide Generatorengehäuse getauscht werden. Die Verzögerungen werden etwa bis Februar und gehen ordentlich ins Geld.

Foto © Fuchs

Die Leitungen knistern, die Trafos surren. Aus den beiden Schloten wölbt sich Rauch. Es ist nicht so, dass gar nichts ginge beim neuen Gas- und Dampfkraftwerk Mellach. "Wir erzeugen bereits Strom und Fernwärme für Graz", sagt Anton Smolak, Geschäftsführer der Verbund Thermal Power (VTP), der sich dieser Tage in die Pension verabschiedet. Eigentlich aber hätte man inzwischen weiter sein sollen. Noch immer läuft für die Anlage die Inbetriebsetzung. Probleme mit den zwei Generatoren haben die Startphase des größten Kraftwerks Österreichs ordentlich durcheinandergewürfelt.

Kraftwerksblock

Es war im Spätsommer, als das passierte, was sich ein Kraftwerksbauer am wenigsten wünscht: Generator 1, sozusagen das Herzstück des ersten der zwei Kraftwerksblocks - kapitulierte. Soeben hatten die Techniker der Herstellerfirma Siemens die Anlage zur Probe unter Volllast laufen lassen. Die Ursache für den Ausfall dürfte bei den Experten beträchtliche Kopfschmerzen verursacht haben. Ein Konstruktionsfehler hatte in dem 70 Millionen Euro teuren Generator einen Kurzschluss verursacht. Was einige nun schon ahnten, geschah wenig später: Auch Generator 2 schaltete sich ab. Selbe Ursache.

Siemens blieb letztlich keine Wahl, als für beide Generatoren auf eigene Rechnung neue Gehäuse zu bauen. Für das größte und - wie man beim Verbund stets betont - modernste Kraftwerk Österreichs ein erheblicher Imageschaden, auch wenn solche Pannen, wie Smolak sagt, "eben vorkommen können".

Vier Wochen Verzögerung

Mittlerweile hat Siemens das Gehäuse von Generator 2 ausgetauscht. So soll der zweite Kraftwerksblock noch vertragskonform mit Jahresbeginn an den Verbund gehen. Nicht so schnell geht der Tausch der Anlage in Block 1. Ursprünglich hätte sie der Stromkonzern bereits Ende Oktober abnehmen sollen. Jetzt wird es auch bis zur einst geplanten Gesamtübernahme des Kraftwerks zum Jahreswechsel nichts. Beim Verbund rechnet man derzeit mit zusätzlichen Verzögerungen von "drei bis vier Wochen".

Siemens kommt das teuer zu stehen. Jeder Tag Verzögerung kostet rund 70.000 Euro an Pönalen, wie Insider bestätigen. In der Branche wird spekuliert, ob der überraschende Rückzug von Siemens-Vorstand Gunter Kappacher vor zwei Monaten mit diesen Turbulenzen zusammenhängt.

Trotz allem hat das Kraftwerk laut Smolak bereits während der Inbetriebsetzung rund 190 Gigawattstunden Strom ins Netz gespeist. Zum Vergleich: Das entspricht der zweieinhalbfachen Jahresproduktion des geplanten Grazer Murkraftwerks.


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