Ein Neuanpfiff in Lieboch
Mit einer Verlegung an einen anderen Standort will der Bürgermeister den seit 1989 laufenden Streit um den Sportplatz in Lieboch beenden.

Foto © HoffmannNach über 20 Jahren Streit will der Bürgermeister den Liebocher Sportplatz räumen und weiterziehen
Wer geglaubt hat, dass mit der Errichtung einer weiteren Lärmschutzwand im seit 1989 erbittert geführten Streit zwischen der Gemeinde und einem Sportplatzanrainer das Endspiel absolviert wurde, hat sich getäuscht. Es gibt immer noch eine nur auf zwölf Spiele im Jahr beschränkte Betriebsstättengenehmigung. Jetzt will SP-Bürgermeister Rudolf Aichbauer den Spielplatz an einen anderen Ort verlegen. Und erntet dafür auch heftige Kritik.
Er habe nach langen Gesprächen einen neuen Standort für das Sport- und Freizeitzentrum gefunden. Eine Option auf ein vier Hektar großes Areal habe er für die Marktgemeinde Lieboch gesichert, verkündet der Bürgermeister in den "Liebocher Nachrichten" vom November. Das bestätigt Aichbauer gegenüber der Kleinen Zeitung, Näheres wolle er aber nicht sagen.
Die für die Dezembersitzung angekündigte Behandlung des Themas im Gemeinderat ist allerdings gescheitert. "Wir haben die Behandlung dieses Themas auch deshalb abgebrochen, weil es der Bürgermeister auf die nicht öffentliche Tagesordnung gesetzt hat", erklärt VP-Vizebürgermeister Stefan Helmreich. Außerdem sei die Finanzierung dieses Vorhabens völlig offen. Helmreich: "Die Gemeinde hat ja ohnehin kein Geld. Und für den alten Sportplatz sind noch etwa eine halbe Million Euro an Raten offen, die vom Land gefördert werden." Diese Förderung würde man dann ja verlieren.
Auch viele Liebocher Bürger schütteln über dieses Vorhaben den Kopf. "Da hat man so viel Geld in die jetzige Anlage gepulvert und denkt an eine neue. Dabei verweigert man uns eine Straßenbeleuchtung - angeblich aus Geldmangel", ärgert sich etwa Walter Reichstamm.









