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Zuletzt aktualisiert: 19.09.2010 um 20:43 UhrKommentare

UN-Mission in Pakistan auf schmalem Grat

Alois Hirschmugl koordinierte für die Vereinten Nationen Hilfe für die Flutopfer: Eine schwierige Mission zwischen Hungernden, Seuchen und Terroranschlägen.

Wasser, so weit das Auge reicht: Auf den wenigen trockenen Plätzen suchen die Flutopfer Schutz

Foto © Hirschmugl Wasser, so weit das Auge reicht: Auf den wenigen trockenen Plätzen suchen die Flutopfer Schutz

Die großen Naturkatastrophen dieser Erde der letzten Jahre - Alois Hirschmugl hat sie gesehen. Der Brigadier aus Lieboch gilt als einer der anerkanntesten Katastrophenmanager weltweit und war im Auftrag der UNO auch in Pakistan. Vor wenigen Tagen kam er aus dem von der Flutkatastrophe schwer betroffenen Land zurück. Der Steirer koordinierte mit einer Expertengruppe lokale und internationale Hilfskräfte, half beim Aufbau von Koordinationsstellen.

Das Ausmaß der Katastrophe sei nach wie vor verheerend, berichtet Hirschmugl. "Das Wasser ist zwar im Norden in Richtung Süden abgeflossen, bleibt dort aber stehen, weil es nicht ins Meer entweichen kann." Bei Helikopterflügen sah der Offizier Wasser und Schlamm bis zum Horizont. "Oft sah man nur noch die Baumwipfel herausschauen."

Cholera und Malaria bedrohen die Überlebenden, die hygienischen Bedingungen liegen im Argen. "Ich sah Menschen links einer Brücke Wasser schöpfen, rechts der Brücke befanden sich die Tiere im Wasser", berichtet Hirschmugl. Zwar wurden Wasseraufbereitungsanlagen angeliefert, oft fehlen aber Leute, die sie bedienen. "Ich habe sofort technische Experten angefordert."

Die angespannte Sicherheitslage schränkte auch die Bewegungsfreiheit der UN-Delegation ein. Drei Anschläge habe es durchschnittlich pro Tag im Land gegeben, es herrschte Sicherheitsstufe 3 bzw. 4 auf einer fünfteiligen Skala. "Für mich war die erste Maßnahme daher, meine blaue Weste auszuziehen", sagt der Steirer. Das Militär ist in Pakistan nicht beliebt, egal ob eigene oder fremde Uniform.

Als der Steirer wieder heimflog, waren es immer noch 9,5 Millionen Flutopfer, die dringend Lebensmittel brauchen. Doch die Töpfe der UN-Hilfsprogramme leeren sich - und auch die Spenden fließen nur noch spärlich.

WILFRIED ROMBOLD

Foto

Foto © Hirschmugl

Bild vergrößernDie Flutopfer bekommen Hilfspakete Foto © Hirschmugl

SPENDEN FÜR PAKISTAN

CARITAS PSK 7.700.004, BLZ 60.000

DIAKONIE PSK 23.13.300, BLZ 60.000

HILFSWERK AUSTRIA PSK 90.001.002, BLZ 60.000

ROTES KREUZ PSK 2.345.000, BLZ 60.000

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