Gastro-Szene tischt Neuerungen auf
Der "Bierbaron" wird neu eröffnet, dafür steht der "Schanzlwirt" vor dem Verkauf. Und: In Lassnitzhöhe soll nach dem Aus fürs Traditionscafe "Kotzian" ein neues Ortszentrum entstehen.
Richtig turbulent geht es derzeit hinter einigen Theken in Graz und Umgebung zu. Während mancher Wirt Geschirrtuch und Zepter längst übergeben hat, zeichnet sich in anderen Lokalen ein Wechsel erst ab - wobei dieser umso spektakulärer ausfallen dürfte: Bierbaron: In der Heinrichstraße etwa ist die Neuausrichtung längst über die Bühne gegangen: Der Chef der nicht zuletzt bei Studenten beliebten Lokale "Sägewerk", "Posaune", "Zeppelin" und "Grammophon" hat ja kürzlich auch den Bierbaron übernommen (wir berichteten).
Neueröffnung. Nun steht die Neueröffnung bevor: "Am Freitag, 20. Februar, geht's los", verkündet der neue Wirt, der weiterhin seinen Namen nicht in der Zeitung lesen möchte. Im Gegensatz zum Termin fürs offizielle Eröffnungsfest: "Der 6. März, da gibt's auch 1000 Krügerl Freibier."
Speisekarte. Das Neue am Bierbaron sei sowohl im Inneren des Lokals ("Es gibt zusätzliche Sitzmöglichkeiten, das macht das Gasthaus noch gemütlicher") als auch beim Blick in die Speisekarte ersichtlich: "Das in meinen anderen Häusern beliebte Bausatzsystem für Pizza oder Toast führen wir im Bierbaron bei Burgern ein."
Soll heißen: Der Gast wählt selbst Zutaten und Saucen für einen Rindfleisch- oder Vegetarier-Burger. "Der große Burger wird 5.50 Euro kosten, der kleine 3,80 Euro. Wobei das schon g'scheite Portionen sind."
Schanzlwirt: Während nun der Bierbaron weiter in der Hand der Brauunion bleibt, ist das beim Schanzlwirt in St. Leonhard wohl nur noch eine Frage der Zeit: "Ja, wir wollen den Schanzlwirt verkaufen", bestätigt Pressesprecherin Veronika Fiereder. Man sei auch bereits mit mehreren - unterschiedlichen - Interessenten im Gespräch: So könnte das Haus als Gastronomiebetrieb erhalten bleiben oder künftig auch einer sozialen Einrichtung Unterschlupf bieten. "Noch ist nichts fixiert", so Fiereder. Kotzian: Ganz anders die Lage in der Gemeinde Laßnitzhöhe: Vor kurzem wurde das Traditionscafe "Kotzian" endgültig zugesperrt - jenes Haus, das 1906 als Bäckerei gegründet wurde und sich jahrelang als Hauben-Restaurant einen Namen machte.
Nun das Aus. "Nicht aus finanziellen Gründen", wie Denise Rosmanith betont, die den Kotzian zuletzt mit ihrer Schwester und ihrer Mutter führte. "Nach all der Zeit wollten wir einfach ein Privatleben haben." Umso mehr freue es sie, "dass wir an Herrn Schwarzl verkaufen konnten. Er hat auf diesem Platz viel vor."
Ortszentrum. In der Tat hat Karl Schwarzl, Bau-Tycoon und ehemaliger Bürgermeister der Gemeinde, große Pläne, wie der aktuelle Ortschef bestätigt. "Das Kotzian-Haus soll quasi einem neuen Ortszentrum Platz machen, samt Hotel und Gasthaus", so Bürgermeister Josef Großschädl. In Kürze werde er mit Schwarzl - der derzeit auf Teneriffa weilt - der Bevölkerung das Projekt vorstellen.







