Sozialbetreuer sind bereit zu hartem Arbeitskampf
Das Personal von privaten Kindergärten bis zu dem in Seniorenhäusern kämpft mit streikähnlichen Maßnahmen gegen sinkende Einkommen.

Foto © Reuters | SujetDie Lage in den privaten Sozial- und Gesundheitseinrichtungen ist schwierig, weil diesen die Einnahmen durch öffentlich verordnete Tarife vorgeschrieben werden
Die Stimmung der Angestellten privater Sozial- und Gesundheitseinrichtungen ist auf dem Tiefpunkt. Die Arbeitgeber - Sozialorganisationen, Alten- und Pflegeheime, Kinderbetreuungseinrichtungen - zahlen ohnehin nur niedrige Gehälter, in der laufenden Lohnrunde seien sie noch knausriger, klagen Gewerkschafter. Sie wollen die Einkommen um knapp drei Prozent erhöhen, obwohl die Inflationsrate deutlich höher ist. Das würde schlicht ein Einkommensminus bedeuten.
Das wollen die Mitarbeiter nicht hinnehmen. In der Steiermark wurde seit Montag in 70 Betrieben die Arbeit durch gewerkschaftliche Betriebsversammlungen unterbrochen. Es geht in der Steiermark um gut 13.000 Beschäftigte.
Bei Alpha Nova, einer größeren Sozialeinrichtung in Kalsdorf südlich von Graz, wiesen die fast durchwegs weiblichen Mitarbeiter in einer Betriebsversammlung auf das ohnehin unbefriedigende Gehaltsniveau hin. Im Zuge der Sparmaßnahmen des Landes hätten etliche Kolleginnen ohnehin schon eine Verminderung der Arbeit und damit des Gehalts hinnehmen müssen, sagte eine. Betriebsrat Gerhard Zückert - der auch führend in der "Plattform 25" gegen Sozialkürzungen aktiv ist - erklärte, keiner sei glücklich, zu Mitteln des Arbeitskampfes greifen zu müssen.
Verantwortung der Politik
Die Lage in den privaten Sozial- und Gesundheitseinrichtungen ist schwierig, weil diesen die Einnahmen durch öffentlich verordnete Tarife vorgeschrieben werden. Selbst für Gregor Hammerl, Obmann beim Hilfswerk Steiermark und damit quasi Arbeitgeber, sind die Forderungen der Mitarbeiter berechtigt. Aber die Einrichtungen könnten sie sich im gegebenen Umfeld nicht leisten, verweist der derzeitige Präsident des Bundesrates auf die Verantwortung der Politik.
Kommenden Mittwoch, dem 1. Februar, gehen die Betroffenen sogar auf die Straße. In einer Kundgebung am Grazer Volksgarten soll die Öffentlichkeit die Probleme erfahren, die im Prinzip alle Steirer betreffen.








