Verbund und Energie Steiermark rücken bei Stromproduktion zusammen
100 Millionen Euro wollen Verbund und Energie Steiermark in die zwei neuen Mur-Kraftwerke nördlich von Graz investieren. Bis 2014 sollen sie in Betrieb gehen.

Foto © APADie Estag steigt wieder voll in die Energieerzeugung ein
Hand in Hand wollen die Energie Steiermark (vormals Estag) und der Verbundkonzern künftig in der Stromerzeugung gehen. Wie berichtet haben die beiden Erzrivalen die umstrittenen "Südpol-Verträge", im Zuge derer die steirische Energiegewinnung 2001 an den Wiener Verbund abgetreten worden war, modifiziert. Die Landesenergiegesellschaft kann damit wieder in die Stromproduktion einsteigen, Kraftwerksprojekte werden ab sofort im Paarlauf mit den Verbund-Töchtern verwirklicht.
Gemeinsames Projekt. Das erste gemeinsame Projekt unter diesen neuen Bedingungen sind zwei Wasserkraftwerke, die bei Stübing und Gratkorn an der Mur entstehen sollen. 100 Millionen Euro nehmen die Estag-Tochter Steweag-Steg und die Verbund-Gesellschaft AHP dafür in die Hand. Aufgeteilt werden die Kosten halbe-halbe. So soll das auch bei allen weiteren Wasserkraft-Projekten in der Steiermark laufen, erläutert Franz Kailbauer, Vorstandsdirektor der Energie Steiermark. Besonders an der Mur gebe es noch mehrere "interessante Möglichkeiten".
Spitzenleistung. Die beiden neuen Kraftwerke werden zusammen eine Spitzenleistung von 20 Megawatt liefern und könnten 26.000 Haushalte versorgen. Sie fallen damit um knapp die Hälfte kleiner aus als die zwei geplanten Anlagen südlich von Graz, die ebenfalls in Kooperation zwischen Estag und Verbund gebaut werden und als Schuhlöffel für die vertragliche Einigung dienten.
Vorbereitungen für UVP. Zur Zeit laufen für die nördlichen Projekte die Vorbereitungen für die Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) an. Hält der anvisierte Baubeginn im Jahr 2010, könnten beide Anlagen 2014 in Betrieb gehen. Widerstände von Naturschützern wie bei den südlichen Schwesteranlagen hält AHP-Vorstand Michael Amerer für wenig wahrscheinlich, zumal es sich bei der betroffenen Gegend ohnehin um Industriegebiet handle.
Investmentvolumen. Mit "einer Milliarde Euro Investmentvolumen in der Pipeline" will die Energie Steiermark weiter auf Investitionskurs bleiben, sagt Kailbauer. Mehr als die Hälfte des Geldes sei für die Energieerzeugung eingeplant.








