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Zuletzt aktualisiert: 06.12.2011 um 19:40 UhrKommentare

Tierschützer kämpft jetzt gegen Jäger und gegen Polizei

Ein Video von einer Amtshandlung bei einer Treibjagd am Sonntag bei Graz schlägt hohe Wellen. Der Bezirksjägermeister will nun die Vorwürfe genau prüfen.

Foto © APA

GRAZ. Zwei Tierschützer gegen zwei Polizisten und eine Jagdgesellschaft: Die turbulenten Szenen am Rande einer Fasanenjagd in Kainbach bei Graz am Sonntag (wir berichteten) sorgen weiter für erhitzte Gemüter. Und das von den Tierrechtsaktivisten gedrehte Video der Amtshandlung schaffte es am Montag sogar in die "ZiB 2" - auch auf www.kleinezeitung.at sind Ausschnitte davon zu sehen.

Vor allem für David Richter, Aktivist des "Vereins gegen Tierfabriken" (VGT) steht viel auf dem Spiel. Der im Tierschützerpozess von Wiener Neustadt - nicht rechtskräftig - freigesprochene Steirer war ja vorübergehend festgenommen worden und wurde und wegen tätlichen Angriffs auf einen Beamten angezeigt. Er sei gewalttätig geworden und habe einen Beamten einen Schlag versetzt, heißt es im Polizeibericht. Sowohl der Polizist als auch Richter wurden leicht verletzt.

Eskaliert war die Situation, weil sowohl der Tierschützer sich weigerte, seine Daten bekannt zu geben, als auch der Beamte seine Dienstnummer nicht hergab. "Ich wollte keine Besitzstörungsklage riskieren, darum sagte ich meinen Namen nicht", rechtfertigt sich Richter. Außerdem habe er die Polizei gerufen. Gekommen sei sie aber erst nach der Anzeige der Jäger - und habe die Tierschützer als Verdächtige behandelt, so Richter.

Der kämpft jetzt auch an einer zweiten Front, indem der VGT die Jagdgesellschaft bei der Bezirkshauptmannschaft Graz-Umgebung anzeigte. Vorwurf: Man habe das Steiermärkische Jagdgesetz mehrfach übertreten, weil im Siedlungsgebiet geschossen worden sei.

Bezirksjägermeister Helmut Rosenberger will der Sache nachgehen und hat vom betroffenen Jagdleiter und Hegemeister schriftliche Berichte eingefordert. Was ihm aber bisher mündlich berichtet worden sei, dürfte es keine groben Verstöße gegeben haben. "Laut Gesetz muss ausreichend Abstand gehalten und darauf geachtet werden, dass niemand gefährdet wird.", sagt Rosenberger. Es seien meist einige wenige aus der Stadt zugezogene Bewohner, die sich über die Treibjagden beschweren würden. "Die Alteingesessenen sind das gewohnt".

Energisch zurück weist er jedenfalls den Vorwurf, die gejagten Fasane seien zuvor aus einem Gehege entlassen worden. "Das hat mit Jagd nichts zu tun, das will ich bei uns auch nicht haben."

WILFRIED ROMBOLD

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Foto © Foto: Vgt

Bild vergrößernMit Fotos wie diesem will David Richter seine Vorwürfe gegen die Polizei untermauern Foto © Foto: Vgt

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