Ausweis vergessen: ÖBB zeigen Kulanz
Fälle von ÖBB-Fahrgeldnachforderungen ärgern Eltern. Der Fall eines Schülers, der wegen eines vergessenen Ausweises 154 Euro Strafe hätte zahlen müssen, rüttelte nun auch weitere Eltern auf.

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GRAZ. Der Fall des obersteirischen Schülers, der seinen Schülerausweis vergessen hatte und deshalb 154 Euro als "Strafticket" zahlen sollte, rüttelte gestern auch andere Eltern auf. "Meinem Sohn ist am 20. Oktober haargenau das Gleiche passiert. Er soll 154 Euro zahlen, bloß weil er den Ausweis vergessen hat", schildert Hannes Baptist aus Hart bei Graz. Doch Christoph Posch, ÖBB-Pressesprecher, kann ihn beruhigen: "Diese Forderung wurde bereits auf sieben Euro reduziert." Weil der Schüler ja nachweisen konnte, dass er einen gültigen Ausweis hat. Posch klärt auf, wie es zu so hohen Forderungen von 154 Euro kommt - bei rund 5500 Schwarzfahrern in der Steiermark im Jahr: Hat ein Fahrgast kein gültiges Ticket, kann er dem Kontrollor per Erlagschein 65 Euro sofort bezahlen. Zahlt er nicht gleich, kostet die Fahrt 95 Euro. Kommt man der Forderung nicht nach, schalten die ÖBB das Linzer Inkassobüro Inko ein und es wird teuer: 154,18 Euro. Inko bearbeitet für die ÖBB jährlich rund 40.000 Fälle, so Prokurist Jürgen Lengauer. Er appelliert an betroffene ÖBB-Kunden: "Sie sollen sich bei uns rühren."
Heikel ist aber der Fall der Fürstenfelder Schülerin Sarah Bernhuber. Am 1. März fuhr sie mit dem Zug wie üblich in die Schule. Als ein Zugbegleiter ihren Ausweis kontrolliert, stellt sich heraus: Er ist nicht gültig. Forderung: 95 Euro. "Da war sie aber schon ein halbes Jahr damit unterwegs", so ihre Mutter Daniela Bernhuber.
ÖBB-Sprecher Posch: "Der Ausweis ist nicht gültig, weil für den Zug Zonen fehlten." Bei der Forderung zeigen sich die ÖBB kulant, man lässt sie nach. "Aber die Schülerin soll sich schnell einen Ausweis für die richtigen Zonen besorgen." HELMUT BAST








