Steirischer Logistiker Knapp kündigt Börsengang an
Der steirische Logistikspezialist Knapp geht an die Wiener Börse. Der Startschuss fällt bereits am Montag. Weitere Expansionsschritte sind geplant.

Foto © knapp/xalDie Gruppe ist seit Jahren auf Wachstumskurs
Eine Aussendung mit dem ebenso knappen wie unmissverständlichen Titel "Geplanter Börsegang" verschickte am Donnerstag die steirische Knapp AG. Das Unternehmen ist mit Niederlassungen in 22 Ländern einer der weltweit führenden Anbieter von Lager-Logistiksystemen.
Details.
Details zum Börsengang werden am kommenden Montag präsentiert, gestern gab man sich schweigsam. Klar ist, dass Knapp in Wien notieren wird, wobei alles sehr schnell gehen wird. So soll die Zeichnungsfrist bereits am Montag beginnen und rund zwei Wochen andauern. Begleitet wird der Börsegang von der UniCredit und der Raiffeisen Centrobank, das Volumen der Emission könnte zwischen 70 und 80 Millionen Euro liegen. Für die beiden Vorstände Eduard Wünscher und Karl Freudelsperger ist der Schritt aufs Börsenparkett ein Höhepunkt in der seit andauernden Wachstumsstrategie des Unternehmens, das in Hart bei Graz angesiedelt ist. Vor zehn Jahren hatte das Unternehmen 570 Mitarbeiter und setzte 59 Millionen Euro um. Am Ende des abgelaufenen Geschäftsjahres waren es genau 1556 Mitarbeiter - davon 1417 - in Österreich und gut 196 Millionen Euro Umsatz. Das Ergebnis vor Steuern stieg binnen eines Jahres um 38 Prozent von 13,2 auf 18,2 Millionen Euro.
Nettoerlös.
Laut "Börse-Express" soll sich der Nettoerlös für das Unternehmen auf rund 33 Millionen Euro belaufen. Geld, das für weitere Expansionsschritte aufgewendet wird. Mit dem Börsegang soll nämlich ein weiterer Wachstumsschub einhergehen. So werden in den nächsten Jahren gut 250 neue Mitarbeiter eingestellt, das Umsatzziel für das Geschäftsjahr 2008/09 liegt bei 250 Millionen Euro.
Erster Börsegang.
Für die Börse Wien ist es der erste Börsegang seit dem Baukonzern Strabag im Oktober 2007. Drei weitere geplante Börsegänge wurden danach kurzfristig abgesagt, darunter zwei mit steirischen Protagonisten. Im Dezember des Vorjahres war es die Mürztaler Edelstahlschmiede Breitenfeld, im Jänner der Grazer Entsorgungsspezialist Saubermacher, die ihre angekündigten Börsenstarts platzen ließen. Das Börsenklima hatte sich damals aufgrund der US-Kreditkrise merkbar verschlechtert. Im Mai dieses Jahres konnte der Börsenplatz Wien dennoch einen steirischen Neuankömmling begrüßen. Der Leiterplatten-Produzent AT&S war kurzerhand von Frankfurt nach Wien übersiedelt und notiert seit 14. Mai im Prime Segment.
Features
Das Unternehmen
Das Unternehmen mit Sitz in Hart bei Graz wird 1952 von Günter Knapp gegründet. Die Knapp AG ist zu 74 Prozent im Eigentum der Familie Knapp, 26 Prozent halten die beiden Vorstände. Nach dem Börsengang sollen rund 30 Prozent der Anteile im Streubesitz sein.
Produktion
Produziert werden unter anderem Roboter, Förderbänder und Sortiermaschinen. Spezialisiert ist Knapp auf die Bereiche Pharma, Tabak, Kosmetik, Büroartikel, Lebensmittel sowie Optik, Mode und Versandhandel.
Umsatz
Im Geschäftsjahr 2008 setzte Knapp 196,1 Millionen Euro um, das Ebitda lag bei 18,2 Millionen Euro. Knapp beschäftigte mit Ende des abgelaufenen Geschäftsjahres 1556 Mitarbeiter, davon 1417 in Österreich. Der Exportanteil beläuft sich auf rund 98 Prozent.









