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Zuletzt aktualisiert: 12.02.2010 um 16:03 UhrKommentare

Sohn eines Mordopfers als Autoräuber festgenommen

Steirische Kriminalisten haben einen Wiener Fahrzeugraub aufgeklärt, bei dem am Sonntagabend einem Wiener Geschäftsmann sein rund 70.000 Euro teures Fahrzeug mit Waffengewalt abgenommen worden war. Ein 26 Jahre alter Österreicher ist in Haft.

Foto © APA/Sujet

Eine spektakuläre Straftat in Wien haben steirische Ermittler jetzt praktisch im Alleingang aufgeklärt. Wie berichtet war vergangenes Wochenende auf offener Straße einem Manager mit vorgehaltener Waffe dessen Audi Q7 geraubt worden. Den Luxuswagen haben Gratweiner Polizisten ja bereits Montagabend sichergestellt und die fünf tschetschenischen Insassen festgenommen. Nun hat das Landeskriminalamt auch den mutmaßlichen Räuber gefasst. Und dessen Geschichte klingt höchst interessant.

Florian R. (26), ein geborener Burgenländer und zuletzt ohne festen Wohnsitz, soll sich schon seit Wochen mit dem Gedanken eines Überfalls getragen haben. Deshalb legte er sich auch eine Gaspistole zu. Eher spontan fiel dann die Entscheidung, als er am Sonntagabend in Wien-Josefstadt einen 36-Jährigen beim Ausladen seines 70.000-Euro-Wagens erblickte. "Her mit dem Schlüssel!", forderte er den Autobesitzer mit vorgehaltener Waffe auf. Dann raste er mit dem Q7 davon und ließ sich auch nicht von einer Polizeistreife und einem Warnschuss stoppen.

In Stockerau stahl er später zwei Kennzeichen und fuhr zurück nach Wien. Dort überließ er den geraubten Schlitten zwei tschetschenischen Asylwerbern, mit denen er befreundet ist. "Die Tschetschenen haben dem Österreicher in deren Asylantenwohnung in Wien Unterschlupf gewährt", erklärt Peter Farmer vom Landeskriminalamt das ungewöhnliche Verhältnis zwischen den Beteiligten.

Florian R. ist erst vor Kurzem zum Islam konvertiert. Mit dem Erlös aus dem Verkauf des Audi wollte er - so gab er es bei der Einvernahme an - in Not geratene Muslime unterstützen. Allerdings fand er keinen Hehler für den auffälligen Luxusschlitten. In der Zwischenzeit kurvten seine tschetschenischen Freunde mit dem Wagen in der Gegend herum - und gerieten in Gratkorn in eine Verkehrskontrolle.

Zwei der Tschetschenen sitzen in Haft, Florian R. ebenso. Im Juni 2009 war der 26-Jährige übrigens selbst indirekt Opfer eines grausamen Verbrechens geworden. Die Leiche seiner Mutter wurde zerstückelt im Müll gefunden, als Verdächtiger ihr offenbar psychisch kranker Lebensgefährte verhaftet.

WILFRIED ROMBOLD

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