Hochwasser in der Lurgrotte Peggau
Am 21. Juni 2012 wurde die Freiwillige Feuerwehr Peggau zu einem Einsatz in die Lurgrotte Peggau zur Unterstützung bei Hochwasserschutzmaßnahmen gerufen.

Foto © ÖA-Team Freiwillige Feuerwehr Peggau
Die Lurgrotte Peggau, ein einzigartiges Höhlensystem und die größte wasserdurchströmte Tropfsteinhöhle Österreichs stellt eines der touristischen Highlights im Norden von Graz dar. Der darin verlaufende Lurbach fließt im Semriacher Eingang der Lurgrotte in das Höhlensystem ein und verlässt dieses etwa 4 Stunden später wieder beim Peggauer Eingang. Am 21.06.2012 befürchteten die zuständigen Stellen, bedingt durch ein schweres Hagelunwetter im Bereich Semriach und Peggau ein drohendes Hochwasser im Höhlenbereich. Um 22:45 Uhr wurde die Feuerwehr Peggau, welche gerade einen Hochwassereinsatz in der Nähe abarbeitete, telefonisch vom Leiter der Lurgrotte Peggau zur Unterstützung bei Hochwasserschutzmaßnahmen angefordert.
Vor Ort stellte sich die Situation für die Einsatzkräfte wie folgt dar. Durch die enormen Regenmengen im Semriacher Eingangsbereich der Lurgrotte kamen die Wassermassen nun zeitverzögert am Peggauer Ende der Lurgrotte an. Innerhalb weniger Minuten stieg der Wasserstand des Lurbaches von normalerweise 20cm auf 1m50 an. Durch Verklausungen im Innenbereich der Lurgrotte stieg das Wasser so stark an, das es nicht nur im Bachbett, sondern auch im Zugangsbereich der Lurgrotte ( 10 Höhenmeter Unterschied ) wieder ans Tageslicht kam.
Trotz der enormen Strömungsgeschwindigkeit und dem schnellen Anstieg des Wasserstandes konnte, zusammen mit den anwesenden Mitarbeitern des Lurgrottenvereines, durch Aufbau einer Sandsackbarriere Wassereintritt beim direkt angrenzenden Vereinsheim großteils abgewehrt werden. Nach Rückgang des Wassers wurde am nächsten Tag, zusammen mit den Mitarbeitern der Lurgrottengesellschaft mit den Arbeiten zur Beseitigung von Schlamm und Verklausungen in der Höhle begonnen. Hierbei wurde der Schlamm in der Lurgrotte, der bis zu 30cm hoch lag mittels mehrerer C-Strahlrohre in den Lurbach gespült. Auch von den Wänden der Höhle, bzw. der Tropfsteine musste der Schlamm bis zu einer Höhe von 4m vorsichtig entfernt werden. In tiefer liegenden Bereichen musste der Schlamm mittels Schaufel und Schubkarre ins Freie befördert werden. Im Zuge der Aufräumarbeiten verlegten die Kameraden der Feuerwehr Peggau 23 B-Schläuche, 10 C-Schläuche und benutzen 3 Tauchpumpen zum Abpumpen von größeren Wasseransammlungen. Aufgrund der starken Sedimentierung des Schlammes mussten die Tauchpumpen alle 30 Minuten komplett gereinigt werden. Als Wasserbezug für die Reinigungsarbeiten diente die Tragkraftspritze, die an diesem Tag an einem Platz stand, der am Tag zuvor noch unter Wasser war. Im hinteren Teil der Lurgrotte verwendete die Feuerwehr als Wasserbezug eine weitere Tauchpumpe.
Nach Beendigung der Aufräumarbeiten mussten die eingesetzten Gerätschaften und Bekleidungen der Mannschaft vom Schlamm befreit werden, wobei allein die Reinigung der Geräte mehr als 2,5 Stunden in Anspruch nahm.
Durch die gemeinsame Anstrengung von Feuerwehr und Lurgrottengesellschaft konnte das geschafft werden, was niemand erhoffte. Der Regelbetrieb in der Lurgrotte konnte bereits am Sonntag, 2 Tage nach dem Hochwasser wieder aufgenommen werden.
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