Sechsjähriger verschwand auf Weg zur Nachmittagsbetreuung
Mutter erhebt schweren Vorwurf: "Ich wurde nicht verständigt."
Was mit dem sechsjährigen Thomas S. am Montag dieser Woche passiert ist, das versuchen derzeit die Ärzte an der Grazer Kinderklinik herauszufinden. Seine Mutter steht vor einem Rätsel: Nach Unterrichtsschluss um 11.50 Uhr hätte der Erstklassler zur rund 400 Meter entfernten Nachmittagsbetreuung der Gemeinde Gratkorn gehen sollen. Dort kam er nie an.
"Desorientiert und verwirrt". Erst gegen 14 Uhr, also rund zwei Stunden später, tauchte Thomas wieder auf. Aber nicht in der Nachmittagsbetreuung, sondern im Kindergarten. "Er war völlig desorientiert und verwirrt", erzählt Martina S. "Die Kindergärtnerinnen haben ihn aufgegriffen, als er offenbar seinen dreijährigen Bruder Theodor abholen und sich hinausschleichen wollte."
Schwerer Vorwurf. Der Kindergarten verständigte sofort die Mutter, die nun einen schweren Vorwurf erhebt: "Die Nachmittagsbetreuung hat mich nicht informiert, dass Thomas nicht aufgetaucht ist." So war der Sechsjährige zwei Stunden lang einfach verschwunden, ohne dass sie es wusste. Zur Rede gestellt, habe ihr die Betreuerin später sogar gesagt: "Das ist doch nicht meine Sache, wenn ihr Sohn nicht kommt."
Kein Anruf. "Das wurde so sicher nicht gesagt", versichert die Amtsleiterin der Gemeinde Gratkorn, Herta Hirtenfelder. Immer wieder käme es vor, dass Eltern vergessen auszurichten, dass ihre Kinder heute nicht kommen. "Deshalb werden grundsätzlich immer die Eltern angerufen, wenn Kinder, die angemeldet sind, nicht in der Nachmittagsbetreuung erscheinen." In diesem Fall aber offenbar nicht, muss Hirtenfelder einräumen. Warum nicht, will sie noch klären.
Zwei Stunden. Martina S. erhofft sich nun vor allem von den Ärzten Klarheit darüber, was ihrem Sohn in diesen zwei Stunden passiert sein könnte.








