Die Zahl der Armen steigt rasant
Die steirische Caritas präsentierte am Freitag die Zahlen von 2011: 66.000 Menschen - zehn Prozent mehr als noch ein Jahr davor - wurden unterstützt.

Foto © APAArmut steigt auch in der Steiermark
In wie vielen Bereichen sich die Caritas Steiermark schon engagiert, davon zeugt der Jahresbericht 2011, der am Freitag präsentiert wurde. Neben schon etablierten Einrichtungen wie der Notschlafstelle Arche 38, der Essensausgabestelle Marienstüberl oder der Sozialberatung geht die Caritas seit dem Vorjahr auch bei der Begleitung nach einem Spitalsaufenthalt neue Wege: Schon 30 Ehrenamtliche begleiten Menschen bei ihrem Gesundungsprozess - derzeit nur am LKH Graz, doch das LKH Leoben, die Barmherzigen Brüder und das Krankenhaus der Elisabethinen sollen folgen. Verstärkt tätig ist die Caritas seit 2011 auch im Bereich Migration. Das Projekt "Divan" versucht Kontakt zu Familien mit Migrationshintergrund zu knüpfen und mit ihnen über kulturelle Traditionen - Stichwort Zwangsheirat - zu reden.
Zugenommen hat im Vorjahr aber auch die Zahl der Betreuten: 66.000 Menschen - 5700 davon in Auslandsprojekten - und damit um zehn Prozent mehr Menschen als noch 2010 wandten sich an die steirische Caritas. "Leider bestätigt auch die Statistik, dass immer mehr Menschen manifest arm sind", betonte Caritas-Präsident Franz Küberl. Auch sei bemerkbar, dass die Schere zwischen Arm und Reich immer weiter aufgehe.
Unterstützung bei ihrer Arbeit bekam die Caritas im Vorjahr von vielen Freiwilligen: 755 engagierten sich in diversen Einrichtungen, 4000 Steirer waren bei der Haussammlung dabei. Hauptamtlich waren 1355 Steirer für die Caritas tätig. Ein Rekordergebnis wurde auch bei der August-Sammlung eingefahren: 1,8 Millionen Euro spendeten die Steirer für die Hungernden am Horn von Afrika. Insgesamt wurden 5,9 Millionen Euro gespendet, zehn Prozent der Gesamterlöse. 16 Prozent stammten aus Verkäufen in Carla-Läden und im Tagwerk, 55 Prozent aus Leistungsentgelten, 19 Prozent aus Subventionen.









