Hofpausen-Krach mit gutem Ende
In der Volksschule Frohnleiten gibt es den Schwerpunkt "Gewaltprävention", Schüler schlichten Streitigkeiten selbst und werden zu "Schreitschlichtern" ausgebildet.

Foto © Marija KanizajPauli, Maximilian, Schlichterinnen Stefanie und Nicole
Es gibt Dinge, da hängt plötzlich auch zwischen den besten Freunden der Haussegen schief. Pauli und Maximilian trennen gerade ein paar Schneebälle. Und ein Bein, das das andere haxelte. Und die Rauferei im Schulhof. Jetzt stehen die beiden Viertklässler der Volksschule Frohnleiten jeweils auf dem grünen Feld eines bunten, schmalen Teppichs, der "Freundschaftsbrücke". "Nicht dazwischenreden, zuhören, keine Schimpfwörter", sagen die beiden.
Jetzt dürfen sie einen Schritt aufeinander zugehen und auf das blaue Feld wechseln. Das Kommando haben in diesem Fall zwei Mädchen. Stefanie und Nicole sind Teil der "Streitschlichter-Gruppe", erkennbar an den bunten Kappen. Diese, zurzeit nur aus Mädchen bestehend, hilft täglich nach der großen Pause, Konflikte der Mitschüler zu lösen. "Peer Mediation" nennt sich das.
Der Zeitpunkt ist kein Zufall. Lehrerin Veronika Müller sagt: "Die häufigsten Konflikte entstehen in den Hofpausen." Da wird durchaus beleidigt, getreten oder gestoßen. Müller ist Ausbildnerin und Begleiterin der Streitschlichter und im Notfall helfend zur Stelle. In der dritten Klasse werden die Schüler ausgebildet, in der vierten kommen sie zum Einsatz. Dafür bekam die Schule sogar zusätzliche Stunden.
"In unserer Schule gibt es den Schwerpunkt Gewaltprävention", sagt die Direktorin Helga Tschermernig. Bei der Ausbildung zu den Streitschlichtern lernen die Kinder, richtig zu kommunizieren und sie lernen, mit ihren Gefühlen umzugehen. Davon profitieren auch jene Schüler, die zu ihnen kommen.
Pauli und Maximilian erzählen den Streitschlichterinnen und einander gerade, was eigentlich passiert ist. Schneebälle, haxeln, raufen also. Eigentlich sind sie sich ja ohnehin einig. Die Mädchen wiederholen es.
Dann dürfen die beiden aufs rote Feld. Ihre Gefühle? "Ich hab mich blöd gefühlt", sagt Maximilian. "Ich mich auch. Und jetzt tut's mir leid", sagt Pauli. Das orange Feld - die Lösungsvorschläge - absolvieren sie schon mit einem Grinsen. "Da braucht es eine ernsthafte Entschuldigung", sagt Pauli. Auf dem gelben Feld ist Versöhnung angesagt. "Wir schauen, dass es nicht mehr passiert." Ein Handschlag, Friede.










