Copacabana wird zum Wohnpark
Investoren wollen den Schotterteich zum neuen Wohnzentrum von Kalsdorf machen. Anträge auf Umwidmung sind schon eingebracht. Der öffentliche Badebereich schrumpft aufs Südufer.

Foto © M. Kanizaj60.000 Quadratmeter ist das Areal östlich der Copacabana groß, das nun entwickelt werden soll
Dazu gibt es von mir keinen Kommentar", hört man beim Grazer Immobilienmulti Karl-Heinz Arlati, der im Hintergrund längst die Fäden zieht. Und auch die Kalsdorfer Bürgermeisterin Ursula Rauch schweigt wochenlang, wenn es um die Zukunftspläne für den Schotterteich Copacabana geht, der im Grenzgebiet zwischen Kalsdorf und Feldkirchen bei Graz liegt. Nur der Kapitän der Badeoase, der Grazer Rechtsanwalt Manfred Rath, hält mit dem Vorhaben nicht hinterm Berg: "Ja, wir haben die Anträge auf Umwidmung eingereicht."
Damit ist für die Schottergrube, die seit 20 Jahren als Copacabana sonnenhungrige Wasserratten aus dem Großraum nach Kalsdorf bringt, endgültig ein Paradigmenwechsel programmiert. War man bisher Badeoase mit angrenzendem Wohnbau, wird man künftig wohl zu dem Kalsdorfer Wohnzentrum mit einem kleinen öffentlichen Badestrand. Geht mit den Umwidmungen alles klar, die spätestens im Mai mit der Revision des Flächenwidmungsplanes im Kalsdorfer Gemeinderat beschlossen werden sollen, wird nach dem West- und Nord- bis 2013/14 auch noch das Ostufer samt Hinterland mit Wohnungen verbaut.
Was - nach mehrmaliger Nachfrage - auch von Bürgermeisterin Rauch als Zukunftsvision bestätigt wird: Die Gemeinde arbeitet an einem Masterplan und mit den Raumordnern vom Land auch an einem Verkehrskonzept für die B 67 (die Zufahrtsstraße zum Flughafen). Rauch ist aber eines wichtig: "Wir wollen die Copacabana als Badeoase für die Öffentlichkeit erhalten."
Luxus-Badeoase
Rath will östlich des Teichs bis zur Bahntrasse rund 60.000 Quadratmeter entwickeln: "Da sind 60 bis 80 Wohneinheiten realisierbar, aber auch Rad- und Gehwege sowie Liegeflächen vorgesehen." Der Damm zur Eisenbahn wird aufgestockt, auch Aufforstungen sind geplant. Es soll ein hochqualitativer Wohnpark werden. Mit Teichzugang und für die erste Reihe mit "Privatstrand".
Der Copacabana-Eigentümer betont auch, dass der südliche Teil des Areals weiter als Badestrand der Öffentlichkeit zur Verfügung steht: "Wir werden um das Restaurant Malibu, wo wir ja schon Sand aufgeschüttet haben, Standard und Infrastruktur deutlich heben. Hier soll es Raum für 1500 Tagesgäste mit Liege geben. Das Restaurant wird mit Seeterrasse auf einen ganz neuen Level gebracht."
Südlich der Copacabana warten übrigens noch weitere rund 60.000 m2 auf eine Umwidmung. Auf dem Fink-Areal, wo einst eine Bauschuttdeponie war, planen die Immobilienentwickler von Heros mit Geschäftsführer Fritz Gande ebenfalls Wohnbau.
Features
Zahlen
48 Wohneinheiten wurden am West- und Nordufer der Copacabana in den letzten Jahren bereits gebaut.
1500 Badegäste sonnen sich an guten Tagen am Teich in Kalsdorf. So viele sollen ab 2013 auch am verkleinerten Strand Platz finden.
3 Lokale (der Grieche, der Beach-Club und das Malibu) gibt es derzeit am Teich. Der Grieche bleibt, das Malibu wird attraktiviert.
20 Jahre ist es her, seit die ehemalige Schottergrube der Baufirma Ast offiziell zum Badeteich wurde.








