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Zuletzt aktualisiert: 18.09.2009 um 20:33 UhrKommentare

Pleitegeier zieht Kreise über Kärnten und Osttirol

Mit 191,2 Millionen Euro Schulden mussten heuer Unternehmen in ganz Kärnten und Osttirol Insolvenz anmelden. Über 1800 Mitarbeiter sind betroffen sowie 167 Firmen in Kärnten, in Osttirol acht.

Zahlreiche Firmenpleiten in Kärnten und Osttirol

Foto © APA/ SymbolbildZahlreiche Firmenpleiten in Kärnten und Osttirol

Barbara Wiesler, Kärnten-Chefin des größten österreichischen Gläubigerschutzverbandes KSV 1870, hat es 2008 vorausgesagt: "Die Firmeninsolvenzen werden um einen zweistelligen Prozentsatz steigen." Sie behielt Recht: Um 17,6 Prozent ist die Anzahl jener Unternehmer gewachsen, die bis 15. September in Kärnten Konkurs angemeldet haben. 167 Firmen waren betroffen, in Osttirol waren es acht.

186,3 Millionen Schulden

Die Finanzkrise sei ein Grund, aber nicht der einzige, so Wiesler: "Es gibt Unternehmen, bei denen schon strukturelle Mängel vorherrschten. Diese hätte es heuer sowieso getroffen. Aber auch alteingesessene Unternehmen oder große Firmen sind von Umsatzrückgängen betroffen." Das Ergebnis: Die Schulden der heuer insolventen Firmen belaufen sich bisher auf 186,3 Millionen Euro in Kärnten und 4,9 Millionen Euro in Osttirol - eine Steigerung um fast 45 Prozent gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres. 1827 Dienstnehmer mussten in Kärnten um ihren Job bangen oder waren ihn los. Denn, so Wiesler: "Ein Viertel der Unternehmen wird weitergeführt, drei Viertel werden geschlossen."

Die größten Pleiten

"Zu Beginn des Jahres wurden sehr viele Insolvenzen eröffnet, dann hat es sich wieder eingependelt", sagt Wiesler. Am stärksten betroffen waren Unternehmen aus den Branchen Bau- und Baunebengewerbe, Transportmittel, Nachrichten, Verkehr, Kraftfahrzeuge, Gastgewerbe sowie Maschinen und Metall. Das dürfte ein Mitgrund sein, warum Villach und Villach-Land fast doppelt so viele Insolvenzen aufweisen wie 2008, in Klagenfurt und Klagenfurt Land aber sogar um sieben Unternehmen weniger pleite gingen - denn in manchen Regionen gibt es mehr Firmen der betroffenen Branchen als in anderen.

"Hinzu kommt, dass in Villach der größte Konkurs des Jahres, jener von H&S Trading, mit 17 Millionen Euro Schulden angemeldet wurde", sagt Wiesler. Dort waren aber nur sieben Dienstnehmer betroffen. An der größten Insolvenz im Bezirk St. Veit hingegen hingen 96 Jobs - der Kärntner Spitzenwert an betroffenen Mitarbeitern: Die Vito Parkettproduktion GmbH, die 15 Millionen Euro Schulden aufwies, wurde stillgelegt. Eine Auffanggesellschaft soll das Unternehmen fortführen. "In so einem Fall kann man aber nicht sagen, wie viele Mitarbeiter übernommen werden", sagt Wiesler.

Keine Entspannung

Die größte Firmenpleite im Bezirk Klagenfurt betrifft das Traditionsautohaus Kaposi, in Griffen im Bezirk Völkermarkt war es die Rako Anlagenbau GmbH, in Spittal FBS Fertigbäder GmbH in Dellach im Drautal und das Schlusslicht der zehn größten Kärntner Firmenpleiten des Jahres bildet die Lavanttaler Wriesnik Bau GesmbH & Co KG in St. Paul. Aus den Bezirken Hermagor und Feldkirchen kam kein Unternehmen in diese Rangliste. Und auch im Bezirk Lienz liegen die Schulden der Firma Gomig Qualitätsfenster mit 2,93 Millionen Euro hinter Platz zehn. Wieslers Prognose für das restliche Jahr: "Ich rechne damit, dass bis Jahresende die Lage etwa gleich bleibt."

KARIN HAUTZENBERGER

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