Mit einer Handgranate zum Schuldeneintreiben
40-Jähriger aus Dobl soll seine Nachbarin mit Handgranate bedroht haben, weil sie ihm 900 Euro schuldete. Zur Festnahme rückte die Cobra an.
Mit einer Handgranate in der Rechten und ziemlich scharfen Worten wollte ein 40-jähriger Schlosser aus Dobl am Montag Schulden bei seiner Nachbarin eintreiben. Zwei Tage später stand die Spezialeinheit Cobra vor der Haustür des Mannes, der sich zudem als "Waffennarr" entpuppte.
Nachbarschaftsstreit. Hintergrund für den eskalierten Nachbarschaftsstreit waren rund 900 Euro, die eine 40-jährige Frau aus Dobl seit einigen Monaten ihrem gleichaltrigen Nachbarn schuldet. Vereinbart war zwar eine Rückzahlung in Raten, doch offenbar wollte der Schlosser das Geld am Montag sofort zurück haben. Am Abend stand der 40-Jährige mit einer Handgranate vor der Tür der Nachbarin und drohte, die Granate explodieren zu lassen, wenn sie ihm das Geld nicht sofort bezahle.
Drohanrufe. Die Situation entspannte sich zunächst zwar wieder, da sich der Mann beruhigte und behauptete, die Granate sei ohnehin nicht echt. Aber nach mehreren Drohanrufen am folgenden Tag bekam es die 40-Jährige doch mit der Angst zu tun und erstattete Dienstagnacht Anzeige bei der Polizei Unterpremstätten. Dort handelte man streng nach Vorschrift: "Sobald Sprengstoff im Spiel ist, ist die Cobra einzuschalten", erklärt eine Beamtin.
Spezialeinheit. Also schritt die Spezialeinheit am Mittwoch in der Früh in Dobl zur Festnahme des Mannes, die laut Polizei "völlig unspektakulär und friedlich" verlaufen ist. Die Handgranate wurde sichergestellt und sie stellte sich als nicht mehr explosionsfähig heraus. Besorgt hatte der Mann den Sprengkörper übrigens im ehemaligen Jugoslawien, wo er nach eigenen Angaben selbst im Einsatz war. Bei einer Hausdurchsuchung wurden dann noch weitere Granaten, Patronen und Waffenteile gefunden, die der Mann im Laufe der Zeit - legal - gesammelt hatte.
Anzeige. Der 40-Jährige wurde auf freiem Fuß angezeigt.








